Zu einem ebenso gemütlichen wie politisch intensiven Jahresempfang lud der VdK Astheim-Trebur ein.
Bei Kaffee, Kuchen und den musikalischen Klängen von Olaf Lenk- nutzte der Verband die Gelegenheit, den örtlichen Parteien drängende Fragen zur Versorgungssituation in der Gemeinde zu stellen.
Lenka Schmitt vom VdK-Vorstand eröffnete die Runde mit einer kritischen Bestandsaufnahme: Die ärztliche und therapeutische Versorgung – insbesondere bei Hausbesuchen und Fachärzten – decke den Bedarf älterer Menschen bei weitem nicht ab. Auch in den Bereichen Psycho-, Physio-, Logo- und Ergotherapie gebe es massive Lücken.
Die Fraktionen reagierten mit unterschiedlichen Vorschlägen: Herr Krumb (CDU) brachte die Errichtung eines Ärztehauses ins Gespräch, möglicherweise am derzeitigen Standort des DRK. Frau Leppla (SPD) hob die Bedeutung der Gemeindepflegerin hervor, die in schwierigen Versorgungssituationen eine wichtige Stütze sei. Ihre Kollegin Frau Teimann (SPD) plädierte zudem für eine Stärkung der Nachbarschaftshilfe, insbesondere um Fahrten zu Arztpraxen zu organisieren. Einig waren sich alle Parteien in einem entscheidenden Punkt: Die erfolgreiche Arbeit der Gemeindepflegerin muss auch nach dem Ende der Landesförderung sichergestellt werden. Der VdK wird die Fraktionen hier beim Wort nehmen.
Vorstandsmitglied Marion Burger verdeutlichte die dramatische Lage in der Pflege: „Ein bis zwei Jahre Vorlauf für einen Kurzzeitpflegeplatz sind die Realität“, so Burger. Auch im Bereich der Hauswirtschaft sei es kaum noch möglich, Unterstützung zu finden. Die Parteienvertreter räumten ein, gegenüber den Pflegekassen und dem allgemeinen Personalmangel in einer schwachen Position zu sein. Rüdiger Lukas (Freie Wähler) schlug vor, den konkreten Bedarf systematisch zu erheben, um dann gemeinsam gegenüber den Verantwortlichen auf Landes- und Bundesebene „laut zu werden“.
Arno Haas (VdK-Vorstand) berichtete von den täglichen Barrieren für mobilitätseingeschränkte Personen im öffentlichen Nahverkehr. Sonja Mars (GLT) sah hier die Gemeindeverwaltung in der Pflicht: Es brauche übersichtlichere Informationen darüber, welche Transportmöglichkeiten unter welchen Bedingungen zur Verfügung stehen. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass Trebur noch weit von der Barrierefreiheit entfernt ist – seien es nicht abgeflachte Bordsteine, unzugängliche Bushaltestellen oder Hindernisse vor Geschäften.
Ein konkreter Impuls aus der Versammlung fand großen Anklang: Die Etablierung eines Behindertenbeauftragten für Trebur. Eine Person, die aus eigener Betroffenheit auf Probleme aufmerksam macht, könnte die Gemeinde entscheidend voranbringen. Alle Parteivertreter versprachen, diesen Vorschlag in ihren Gremien zu prüfen.
Zum Abschluss betonte die Vorsitzende Christiane Böhm, dass Barrierefreiheit eine zentrale Aufgabe des VdK bleibe und Pflege endlich zu einer kommunalen Pflichtaufgabe werden müsse. Sie bedankte sich bei den Parteien für den offenen Austausch und schloss mit einem wichtigen Appell im Hinblick auf die kommenden Wochen: „Gehen Sie am 15.03. wählen und geben Sie Ihre Stimme einer demokratischen Partei.