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Bitburg-Stadt
Ausgabe 11/2021
Nachrichten und Mitteilungen der Stadt Bitburg
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Aus dem Stadtarchiv

Der Stadttambour in der „Höhle“

Wir sind es gewohnt, dass wir durch die „Rathaus-Nachrichten“, durch Zeitungen, Rundfunk und Internet schnell unsere städtischen und auch landespolitischen Nachrichten empfangen. - Im 18. und 19. Jahrhundert war dies nicht so. Der Bürgermeister gab am Sonntagmorgen nach der Messe lautstark vor der Kirche die wichtigsten Dinge persönlich bekannt, wie wir es aus der Zeit um 1820 wissen. - Die Ortsschelle ging regelmäßig rund, um die Leute zu informierten oder zusammenzurufen. Daneben aber gab es einen „Stadttambour“, der bei besonders wichtigen Anlässen mit seiner Trommel lautstark auf sich und auf das, was er zu berichten hatte, aufmerksam machen konnte. Er trommelte die gesamte Bürgerschaft 1752 zusammen, als es um die Verteilung der Steuern ging, was damals wie heute zu mancherlei Unmut führte. Auch 1830 berichten die Quellen wieder vom Stadttambour. Dieses Amt hatte damals Matthias Disch. Gleichzeitig war er „Stadtpolizist“, musste also an vielen Fronten nach dem Rechten sehen. - Er starb 1852. Interessant aber ist die Nachricht über seine Behausung. Er wohnte 1831 in einem Haus am Markt, „welches früher der Barbara Helfen gehörte und unter dem Namen Höhle bekannt ist“. Was es mit dieser seltsamen Bezeichnung auf sich hat, wird sich heute wohl nicht mehr klären lassen. Den Stadttambour haben wir in Bitburg heute - leider - nicht mehr. Sein Trommelschlag würde sicherlich in unseren Ohren angenehmer klingen als moderne, schrille Sirenen.

P.N.