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Bitburg-Stadt
Ausgabe 12/2019
Aus den Stadtteilen
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Der Winter wurde verbrannt

Wie in jedem Jahr wurde am 1. Fastensonntag der Jahrhunderte alte Brauch des „Hüttenbrennens“ in Stahl gepflegt. Unter der Regie des Dorf- und Fördervereins ist bereits am Samstag die Dorfjugend von Haus zu Haus gezogen und hat Spenden für das Vorhaben gesammelt. Dabei wurde der über Generationen mündlich überlieferte Spruch der Sammler an jeder Tür aufgesagt:

„Hei kommen die Stahler Jungen,

die haehschen Bieren on Bungen,

Bieren on Bungen ass goot Speis,

Mellich, Mellich, Meahl,

on wean net seeiht as scheahl.

Daan kommen se beii Miehler Kloas sein Hous,

do schmeißen ma alles mat Scheppen rous.

Mancher Tor hat alles, was sein Herz begehrt!

Enner mengem Daaren, da leb ich froh und still,

kann gehen wie es will!“

Am Sonntag haben dann Jugendliche und Erwachsene aus Holz und Stroh ein Kreuz gebunden und aufgestellt, das nach Einbruch der Dunkelheit angezündet wurde. Der Feuerschein war - trotz regennasser Witterung - weithin zu sehen. Anschließend trafen sich alle Helferinnen und Helfer im Gemeindehaus Ahl Schul zum Umtrunk und Imbiss. Traditionsgemäß gab es für die Kleinen Nauzen bzw. Berliner und Kakao. Bis in die 70er Jahre war es üblich, dass das Ehepaar, welches als letztes vor dem „Schäfsonndisch“ getraut wurde, die „Hüttengesellschaft“ bei sich zu Hause bewirtete.