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Bitburg-Stadt
Ausgabe 12/2021
Nachrichten und Mitteilungen der Stadt Bitburg
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Aus dem Stadtarchiv

Wenn die Schulden schlaflose Nächte bereiten

Das „Schuldenmachen“ ist leicht, aber das Zurückzahlen kann zu großen Problemen führen, wenn Krankheit, Unglück oder Tod eine Familie aus der Bahn werfen. Ein solcher Fall trat 1833 in Bitburg ein; Die Familie Ferber war eine alteingesessene, angesehene Bitburger Familie, die sich bereits während des Dreißigjährigen Krieges in der Stadt nachweisen lässt. Ihre Mitglieder waren zum Teil wohlhabende Handwerker, Fuhrleute, Geschäftsleute, Gerichtsbeamte, Steuereinnehmer. Als 1825 der Metzger Alexander Ferber, der am Markt ein großes Haus hatte, starb, hinterließ er allerdings einen großen Schuldenberg. Seine drei Söhne waren vor ihm gestorben, von seinen sechs Töchtern lebten nur noch zwei, die unverheiratet waren. Im September 1833 wurde das Wohnhaus am Marktplatz nach vorheriger öffentlicher Ankündigung versteigert. Bereits zu Beginn der Versteigerung gab Notar Nels bekannt, dass der gesamte Steigpreis zur Abtragung der Schulden eingesetzt werden müsse, Interessant ist, bei wem der Metzgermeister Ferber Schulden hatte. Es werden genannt, ohne dass die Summen angegeben sind: 1. Armenschule in Bettingen, 2. Kirche Liebfrauen, Bitburg, 3. Bürgerhospital Bitburg, 4. Pfarrkirche Weidingen, 5. Pfarrkirche Wolsfeld, 6. Handelsmann Franz Zangerle, Bitburg. Ob der erzielte Kaufpreis von 306 Talern reichte, um die Schulden alle zu tilgen, wird nicht berichtet. Interessant aber ist, dass bei der Versteigerung zwei Bürger aus Bettingen anwesend waren: Michel Haus und Johann Müller. Beide werden, als Ackerleute bezeichnet. Vermutlich waren sie als Vertreter der Bettinger „Armenschule“ entsandt worden.

P.N.