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Bitburg-Stadt
Ausgabe 16/2019
Nachrichten und Mitteilungen der Stadt Bitburg
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Aus dem Stadtarchiv

Vor 150 Jahren: Bitburgs Stadtbeleuchtung wird modernisiert: 16 Petroleumleuchten!

Die nächtliche Beleuchtung der Straßen und Plätze ist zwar bereits aus der Antike überliefert, aber in Deutschland kannten diesen Luxus im 19. Jahrhundert zunächst nur größere Städte. In Bitburg berichten die Quellen seit 1858 von einer „Straßenbeleuchtung“, vermutlich spendeten zunächst einfache Öllampen bei Nacht ein spärliches Licht. 1864 schloss Anton Neumann mit Bürgermeister Prim einen Vertrag, nach dem er für jährlich 120 Taler die „Straßenbeleuchtung“ unterhalten sollte, ein Jahr später einigte man sich erneut, nun betreute er die „Stadt-Straßenbeleuchtung“ für 137 Taler.

Im Jahre 1868 erhielt Bitburg eine für damalige Verhältnisse moderne Beleuchtung: 16 Petroleumleuchten sollten errichtet werden. Der Stadtrat beschloss im August 1868, die “Umstellung“ auszuschreiben. Den Zuschlag für die „Petroleumleuchten“ erhielt der Unternehmer Quirin Maas zum Preis von 1 ½ Taler pro Stück. Zu diesem Preis hatte er bereits „früher aus freier Hand 4 Stück zur Probe angefertigt“. Quirin Maas, der hier als „Unternehmer“ bezeichnet wird, scheint ein sehr geschickter und findiger Handwerker gewesen zu sein, der im Eigenbau manche nützlichen Gegenstände herstellte. So belieferte er unter anderem verschiedene Orte der Eifel mit „Feuerwehrgerätschaften“, die er im Eigenbau herstellte, er baute auch Kegelbahnen.

Ende August 1868 beriet man im Stadtrat darüber, wer sich um die neue Straßenbeleuchtung kümmern müsse. Der Sattlermeister Wilhelm Becker erhielt den Zuschlag: Für 101 Taler hatte er dafür zu sorgen, dass die Lampen bei anbrechender Dunkelheit angezündet und gegen Morgen wieder gelöscht wurden. Ein halbes Jahr später (März 1869) musste Becker allerdings seine Lohnansprüche heruntersetzen. Sein Jahreslohn wurde nun auf nur noch 97 Taler festgesetzt.

P.N.