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Bitburg-Stadt
Ausgabe 16/2021
Nachrichten und Mitteilungen der Stadt Bitburg
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Auch in diesem Jahr: Stadt bekämpft Eichenprozessionsspinner mit Nematoden

Das sind Eichenprozessionsspinner in Detailaufnahme. Zur Unterscheidung von harmlosen Raupen sind die grauweiße Farbe und die schwarzen Rückenschilder mit kleinen gelben Punkten zu beachten. Nicht jede behaarte Raupe ist ein EPS. Der EPS zieht auch nicht alleine los, sondern immer in einer Kolonne.

Diese Raupen sind KEINE Eichenprozessionsspinner. Das sind weit verbreitete Gespinstmotten, die in unserer Heimat sehr häufig auftreten. Allerdings eher an größeren Sträuchern. Sie besitzen keinerlei Gefahrenpotential.

Seit mehreren Jahren verbreitet sich der Eichenprozessionsspinner auch in der Eifelregion, besonders schlimm war es im vergangenen Jahr. Das Problem bei dem auf Eichen spezialisierten Schmetterling ist, dass die Spiegelhaare der Larven gesundheitsgefährdend für Mensch und Tier sind. Sie verursachen Hautreaktionen und nesselartige Hautverletzungen. Besonders in städtischen Gebieten ist das sehr gravierend, wenn Flächen rund um die betroffenen Bäume nicht mehr genutzt werden können, z.B. in Parks, auf Friedhöfen oder Spielplätzen.

Im Jahr 2020 hat die Stadt Bitburg erfolgreich ein neues, biologisches Verfahren zur Bekämpfung des Problems angewendet. Entomopathogene Nematoden werden seit vielen Jahren im Gartenbau gegen Insektenstadien im Boden eingesetzt. Sie dringen in die Insekten ein, töten sie mittels des mitgeführten Bakteriums und vermehren sich in ihnen. Für Menschen und Wirbeltiere sind sie völlig harmlos, da sie insbesondere unsere Körpertemperatur von 36 Grad nicht überleben. Deshalb entwickelten ein deutsches und ein niederländisches Labor gemeinsam ein Verfahren, das sich auch für die Bekämpfung von Eichenprozessionsspinnern eignet. Dabei werden die Nematoden unter Beigabe eines Feuchtigkeitsspenders auf die Raupen gespritzt.

Rund 150 städtische Bäume wurden so im vergangenen Jahr in Bitburg vom Eichenprozessionsspinner befreit.

Auch in diesem Jahr wird die Stadt Bitburg die Eichenprozessionsspinner mit Nematoden bekämpfen.

Dazu müssen auch die äußeren Gegebenheiten passen. Das Spritzen sollte idealer Weise in den ersten Raupenstadien erfolgen, es sollte Dunkelheit herrschen, da sich die Raupen nur dann im Baum verteilen, außerdem sollte es windstill sein und nicht regnen.

Deshalb werden Mitarbeiter des Bauhofes, wenn die Voraussetzungen gegeben sind, in den kommenden Wochen in den Nachtstunden ein Spritzen der betroffenen städtischen Bäume vornehmen.

Eine eindringliche Bitte an alle, die die städtischen Bediensteten bei der Ausführung der Arbeiten beobachten: Hier geht um die Gesundheit der Menschen. Es wird deshalb darum gebeten, dass man die Bediensteten des Bauhofes ihre Arbeit machen lässt, sie nicht beschimpft, mit dem Handy filmt oder die Polizei vorbeischickt. Auch wird darum gebeten, dass man den während der Corona-Krise vorgeschriebenen Abstand zu den Kolleginnen und Kollegen einhalten muss.

Wer eine Frage hat, bekommt selbstverständlich auch gerne eine entsprechende Auskunft.