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Bitburg-Stadt
Ausgabe 16/2021
Nachrichten und Mitteilungen der Stadt Bitburg
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Aus dem Stadtarchiv

Vor 130 Jahren: Die Bitburger Juden erhalten endlich einen eigenen Friedhof

Lange hatten die Bitburger Juden sich bemüht, einen eigenen Begräbnisplatz zu erhalten. Ihre Toten mussten sie im 19. Jahrhundert auf den Judenfriedhof nach Aach bringen. Verschiedene Anträge an den Bitburger Stadtrat auf Überlassung eines geeigneten Platzes waren seit 1875 wiederholt abgelehnt worden. Nach einem erneuten Gesuch beauftragte der Rat die „Städtische Baukommission“ im Februar 1887, einen geeigneten Friedhof zu suchen. Die Sache aber zog sich hin. Schließlich schalteten die Bitburger Juden im Jahre 1889 den Rechtsanwalt Rheinart in Trier ein, Sprecher der jüdischen Gemeinde war damals Simon Juda. Die Stadt beauftragte ihrerseits den Trierer Rechtsanwalt Müller, ihre Rechte zu wahren. Am 19. April 1890 stand das Thema wieder auf der Tagesordnung des Rates: Ergebnis: 8 : 7 Stimmen waren gegen die Einrichtung eines Judenfriedhofs. In Bitburg. – Nachdem vorgesetzte Dienststellen und Juristen klargestellt hatten, dass eine Verpflichtung der Stadt bestand, einen Platz bereitzustellen, wurde am 25. Juli 1890 erneut abgestimmt. Die Juden erhielten endlich offiziell die Genehmigung, sich einen Begräbnispatz einzurichten. Die Stadtkasse zahlte sogar einen Zuschuss von 300 Mark, um den Platz herrichten zu lassen. – In einer Sitzung am 7. November 1890: beschloss der Rat mit 4 gegen 2 Stimmen, dass unterhalb des Städtischen Friedhofs die Hospitalwiese als geeigneter Platz überlassen wurde. In einem 2. Beschluss vom 29. November wurde festgelegt: Der jüdische Friedhof erhält eine Mauer als Umrandung, vom oberen Friedhof soll es keinen Zugang zum Judenfriedhof geben. Für das Eingangstor müssen die Israeliten sorgen. Größe des Friedhofes: 30 Quadratruten.

P.N.