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Bitburg-Stadt
Ausgabe 17/2020
Nachrichten und Mitteilungen der Stadt Bitburg
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Aus dem Stadtarchiv

„Mit der Schelle ankündigen“

„Bekanntmachung!!“ So rief noch vor 160 Jahren lautstark der erste Polizeidiener der Stadt, wenn er mit seiner Schelle durch die Straßen schritt, um die neuesten Beschlüsse der Stadtverwaltung den Bürgern mitzuteilen. Bekanntmachungen werden – so ist es für uns heute selbstverständlich – in Mitteilungsblättern verbreitet. In der „guten alten Zeit“ war dies anders. Um 1820/30 wurden Bekanntmachungen in der Regel durch den Bürgermeister persönlich nach der Sonntagsmesse vor der Liebfrauenkirche lautstark verlesen. Bei einer fast rein katholischen Bevölkerung ging man davon aus, dass zumindest ein Familienmitglied nach dem Gottesdienst die amtlichen Bekanntmachungen als Neuigkeit mit nach Hause nahm.

Seit etwa 1850 stand der „Polizeiagent Johann Georg Alt“ im Dienst der Stadt. Zu seinen Aufgaben gehörte „die Schelle“, der Bürgermeister musste nun also nicht mehr sonntags die Bekanntmachungen verlesen. An 10 Stellen in der Stadt machte Polizeiagent Alt bei seinem Rundgang mit der Schelle auf sich aufmerksam und verlas seine „Bekanntmachungen“. Diese 10 Stellen waren 1856: 1. bei Pint (am Nordtor), 2. bei Niederprüm, 3. Oberer Markt, 4. bei der Peterskirche, 5. bei Verkoyen, 6. bei Flügel in der Schliezgasse, 7.bei Neuerburg, 8. bei Knies, 9 in der Ludesgasse und 10. am Markt am Ende der Ludesgasse. Der Rundgang begann also bei Pint am Nordtor und endete am Markt im Südwesten.

Für seine Rundgänge erhielt Alt im Jahr ein jährliches Zusatzgehalt von 50 Talern. Eine besondere Zuwendung erhielt er an Markttagen, wenn er für außerordentliche Verkündigungen eingesetzt werden musste.

P.N.