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Bitburg-Stadt
Ausgabe 17/2020
Auf ein Wort
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Auf ein Wort Corona

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

durch die Ausbreitung des Corona-Virus liegen bereits bewegte Zeiten hinter uns und wann wir wieder zur Normalität in unserem gewohnten Alltag zurückkehren können, steht bisher noch nicht fest. Die durch Bund und Länder ergriffenen Maßnahmen zur Reduzierung der Kontakte und damit zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus zeigen auf der einen Seite erfreulicherweise ihre Wirkungen, welche auf die disziplinierte Rücksichtnahme der Bürgerinnen und Bürger zurück zu führen ist. Dafür ein herzliches Dankeschön. Sie haben auf der anderen Seite aber auch sehr unerfreuliche Nebenwirkungen. Daher ist eine Diskussion der Umstände in unserer Demokratie sehr zu begrüßen.

Letztlich jedoch werden wir uns trotz der angekündigten Lockerungen der Maßnahmen noch eine Weile auf Einschränkungen einstellen müssen. Die Verlängerung der getroffenen Verfügungen des Bundes bzw. der Länder bis zum 3. Mai 2020 haben das Ziel, weiterhin die Gesundheit und vornehmlich das Leben der Risikogruppen zu schützen. Trotz der Diskussionen gilt es daher, die seit Mitte März geltenden Regelungen auch weiterhin mit allen Kräften umzusetzen. Dass viele von uns damit ringen, kann ich gut nachempfinden. Auch mir fällt es schwer, die Füße still zu halten. Durch die Einschränkungen zeichnet sich ab, dass die Stadt durch die massiven wirtschaftlichen Einbußen unserer Betriebe die Folgen der Rezession zu spüren bekommen. Wie groß diese Auswirkungen sein werden, ist heute noch nicht zu beziffern. Dies kann zur Folge haben, dass wir mit Projekten und Zielen, die in zähen und mühseligen demokratischen Prozessen errungen wurden, zurückgeworfen werden. Die Arbeit in den Gremien findet unter erschwerten Bedingungen statt. Bitter ist es mir auch um unser geliebtes Folklore-Festival, welches nicht nur ein wirtschaftlicher Faktor, sondern auch in Zeiten der europäischen Krise ein Leuchtturm der Völkerverständigung im Herzen Europas ist. Wie es darum steht, möchte ich zu gegebener Zeit umfänglich erläutern. Und doch ist es wichtig, dass wir die Maßnahmen im Konsens, um einer öffentlichen Ordnung willen, vorerst weiter mittragen, auch wenn sie uns in diversen Bereichen und Nischen unstimmig und fraglich erscheinen. Das dies bis jetzt so der Fall war, dafür möchte ich Ihnen abermals von Herzen danken, ja, mehr noch, ich möchte die Initiativen und Wege herausstellen, die unternommen wurden, um diese Herausforderung zu meistern:

„Bitburg Sind Wir“ – schöner könnte man es in dieser Situation nicht ausdrücken und daher bedanke ich mich beim Bitburger Gewerbeverein für die Initiative, die den Zusammenhalt in dieser herausfordernden Zeit auf beeindruckende Weise ausdrückt. Die durch die Schließung der Einzelhandelsgeschäfte, der Gastronomie und der Hotellerie Betroffenen haben sich nicht entmutigen lassen, sondern zeigen Präsenz und Unternehmergeist. Mit dem Vorstand des Bitburger Gewerbevereins stehe ich im engen Austausch. Natürlich freuen wir uns alle, wenn die Geschäfte nach und nach wieder öffnen können und Einkäufe in gewohnter Form mit persönlicher Beratung vor Ort, unter Einhaltung der entsprechenden Hygienevorschriften, stattfinden.

Auch die Stadt versucht ihr Mögliches zu tun: die Situation unserer Gewerbetreibenden habe ich seit Anfang der Pandemie mit Sorge betrachtet. Zahlreiche Bitburger Unternehmen nutzen den öffentlichen Platz vor ihren Geschäften oder gastronomischen Betrieben, um dort z.B. Werbeträger, Warenpräsentationen oder ihre Außenbestuhlung aufzubauen. Dafür zahlen sie an die Stadt Bitburg eine Sondernutzungsgebühr. Nun hat es durch die Corona-Pandemie zahlreiche Beschränkungen gegeben, insbesondere mussten alle gastronomischen Betriebe, die meisten Geschäfte und viele weitere Betriebe schließen. Daher habe ich gerne die Initiative ergriffen, um in Abstimmung mit den Fraktionen des Bitburger Stadtrates und im Benehmen mit den Beigeordneten eine Eilentscheidung zu treffen, in dem die Sondernutzungsgebühren für Einzelhandels- und Gastronomiebetriebe während der Corona-Krise erlassen werden.

Es sind herausfordernde Zeiten, vor allem auch für die Familien mit Kindern, die auf eine Rückkehr in die Kitas und Schulen weiter warten müssen und die nun aufgefordert sind, die Betreuung und Beschulung weiterhin von zu Hause aus zu organisieren. Herzlichen Dank, dass sie so viel Verständnis zeigen und Ihre Situation nicht in Unmut schlagen lassen.

Denken wir in dieser Situation auch an die Senioren in unseren Altenheimen. Ihnen nahe sein durch Telefon, Post, moderne Kommunikation, damit sie in der sterilen Isolation und der Einsamkeit ohne die Gegenwart ihrer Familien und Lieben den Lebensmut in dieser Phase nicht verlieren, ist jetzt besonders wichtig. Danken möchte ich an dieser Stelle auch nochmals all denen, die für die Versorgung, die Pflege und Betreuung der alten und kranken sowie hilfsbedürftigen Menschen verantwortlich sind.

Danke auch den vielen Ehrenamtlichen, die über viele Wochen auf verschiedene Weise ihren Beitrag leisten, sei es durch die Organisation von Hilfsangeboten oder bei den Hilfsorganisationen von DRK, Feuerwehr oder THW. Danke auch der Polizei und den Mitarbeitern des Ordnungsamtes für ihre ständige Präsenz und ihre notwendigen Kontrollen der Verordnungen.

Liebe Kommunionkinder, auch ihr spürt an diesem Wochenende die Ausmaße des Corona-Virus. Mir geht es auch so, denn auch wir hätten Kommunion gefeiert. Aber lasst eure Köpfe nicht hängen. Die Frohe Botschaft des Osterfestes klingt noch nach und unserem Glauben nach lässt sich Christus und seine Liebe durch nichts aufhalten. Die Vorfreude bleibt, denn es wird zu einem späteren Zeitpunkt der Tag kommen, an dem Ihr diesen Festtag erleben dürft.

Bleiben wir also auch weiterhin gesund – nicht nur an Leib, sondern auch an der Seele!

Ich stehe Ihnen selbstverständlich auch weiterhin jederzeit unter Telefon 06561-6001-100 sowie unter 0151 – 162 166 01 und E-Mail kandels.j@stadt.bitburg.de zur Verfügung.

Herzlichst

Ihr Bürgermeister Joachim Kandels