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Rathaus-Nachrichten Bitburg
Ausgabe 27/2026
Nachrichten und Mitteilungen der Stadt Bitburg
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Aus dem Stadtarchiv: Bitburg im Jahr 1848: Eine Stadt des Aufruhrs gegen den preußischen König?

Regierungsassessor Schede beschreibt Bitburg als eine Stadt der Unordnung. Hierfür hat er auch 4 kleine Geschichte zu berichten, die das Chaos und die aufrührerische Stimmung der Bitburger im Jahre 1848 widerspiegeln sollen. So schreibt er: „Bei der Rückwirkung, welche die Vorfälle in Bitburg auf das Land ausüben, kommt es wesentlich darauf an, die Stadt Bitburg in Ordnung zu bringen. Das dieselbe sich jetzt nicht im Zustande der Ordnung befindet, dafür sprechen folgende Facta:

1.

Vor einigen Tagen kam eine 4spannige Chaise (Halboffene, zwei oder vierspännige Kutsche) durch Bitburg. Sofort hieß es, „der Prinz von Preußen ist darin“, es rottete sich eine Menge von ca. 200 Menschen zusammen, in der ausgesprochenen Absicht ihn aus dem Wagen zu reißen. Man hält dem Besitzer angezündete Streichhölzer vors Gesicht, aus nur dem Umstande, dass darauf aufmerksam gemacht wurde, derselbe habe keinen weißen Schnurrbart, hatte er zu verdanken, dass er von persönlicher Misshandlung, die also einem königlichen Prinzen zugedacht war, verschont blieb.

2.

Die Sache gegen die Adlerschilder kamen fast nirgends als in Bitburg mehr vor. In der Nacht von 15ten auf 16ten ist der des Einnehmers Thanisch gestohlen worden; der Assessor Wolff, zufällig anwesend, hat sofort eine Untersuchung eingeleitet. Der Postwagen, in welchem der Assessor Wolf ausreiste, wurde von einer Menschenmenge umgegeben, welche die Adler abreißen wollte, jedoch nicht dazu kam, an einem anderen Postwagen wurden die Adler schwarz mit Kreide überstrichen.

3.

Vor 3 Tagen ist eine Anzahl von ca. 30 – 40 Menschen in der Nacht gegen 12 Uhr durch Bitburg gezogen, hat sich still nach Matzen begeben, dort aber mit Hörensagen solchen Lärm gemacht, dass die Einwohner vor Angst sich nicht aus den Häusern trauten.

4.

Ich bin sehr weit entfernt, auf solche albernen und leeren Gerüchte alles zu geben, ich sähe durchaus nur die Folgerung, dass die Tage des 20 a. I. Mag hier Bitburg keine Lehre gewesen sein, und dass die Stimmung doch dieselbe ist, wie sie in Trier vor diesem Juni war.

In den Gegenberichten von Landrat Thilmany und der Stadt Bitburg werden diese Punkte in den nächsten Wochen wieder aufgenommen und vom Bitburger Stadtrat sowie dem Landrat Thilmany entkräftet werden.