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Bitburg-Stadt
Ausgabe 29/2018
Nachrichten und Mitteilungen der Stadt Bitburg
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Aus dem Stadtarchiv

Hermine Albers:

„Das wird mal ein hochgelehrtes Haus“

Eine neue Straße in Bitburg erhielt vor einiger Zeit die Bezeichnung: „Hermine-Albers-Straße“. Hermine Albers (* 1894) ist heute in unserer Stadt weitgehend vergessen. Das hängt zweifellos damit zusammen, dass sie schon früh ihre Geburtsstadt Bitburg verließ und dass sie vor allem in der unmittelbaren Nachkriegszeit im kriegszerstörten Hamburg fern ihrer Heimat wirkte.

Ein Tagebuch ihrer gleichaltrigen Freundin Josefine Oberbach (+ 1958) wurde vor kurzem dem Stadtarchiv geschenkt. Josefine war die Tochter des Bitburger Musiklehrers Heinrich Oberbach (1865 - 1952). Sie nennt in ihrem Tagebuch, das leider mit dem Jahre 1912 abbricht, zahlreiche Bitburger Mädchen, mit denen sie zusammen war, sie erwähnt allerdings auch einige Jungen, mit denen sie erste Liebesbande knüpfte. Als besondere Freundin bezeichnet sie wiederholt Hermine Albers, die Tochter des früh verstorbenen Schulrats Hermann Albers. Schon als 16jährige wurde Josefine klar, dass ihre Freundin eine „hochlehrtes Haus“ werden müsse (Eintrag vom 1. Nov. 1911). Nach dem Abitur studierte Hermine seit 1917 an den Universitäten Bonn und Köln, in einer Zeit, als ein Studium für Mädchen noch keine Selbstverständlichkeit war. Sie promovierte 1923 in Köln zum Dr. rer. pol. - Als Erinnerung an das Wirken von Hermine Albers in der Jugendfürsorge wird alle zwei Jahrein der Hermine-Albers-Preis verliehen.

P.N.