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Bitburg-Stadt
Ausgabe 3/2020
Nachrichten und Mitteilungen der Stadt Bitburg
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Aus dem Stadtarchiv

Dechant Weber - ein unerschrockener Kämpfer für Demokratie und Freiheit

Das Jahr 1848 ist in den Geschichtsbüchern beschrieben als Jahr der ersten freien Wahlen und eines ersten gewählten deutschen Parlaments. In diesem „tollen Jahr“ bewegten die politischen Ideen auch die Gemüter vieler Bitburger. An der Spitze eines gebildeten demokratischen Vereins und der demokratischen Bewegung stand der Bitburger Landrat Nikolaus Thilmany, der deshalb von der preußischen Regierung seines Amtes enthoben wurde.

Zu seinen engsten Mitstreitern gehörte Joseph Weber, Dechant und Pfarrer in St. Peter. An ihn erinnert noch heute ein Denkmal auf dem Friedhof Erdorfer Straße. Er machte sogar den Vorschlag, die ersten Bitburger Wahlen in der Peterskirche abzuhalten, ein Vorhaben, gegen das der Trierer Bischof allerdings Bedenken äußerte Die Aktivitäten des Geistlichen wurden von den staatlichen Behörden mit großem Misstrauen beobachtet. So berichtete Sprenger, der als Nachfolger Thilmanys bereits Ende 1849 die Geschäfte eines Landrats wahrnahm, der Trierer Bezirksregierung über den Dechant:

„Hat, während der demokratische Unfug in hiesiger Stadt im Schwunge war, mit an der Spitze der der Regierung feindlich gesinnten Parthei gestanden und war ein thätiges Mitglied des hiesigen demokratischen Vereins, gehört auch noch immer der mißvergnügten Parthei an und steht mit den früheren Vorstehern dieses Vereins auch jetzt in freundschaftlicher Verbindung. Hat am 12. November (1849) einen Trauer-Gottesdienst für die 3 in Saarlouis erschossenen Wehrmänner gehalten. – Soll auch früher seine demokratischen Gesinnungen auf der Kanzel zu erkennen gegeben haben.“

P.N.