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Bitburg-Stadt
Ausgabe 30/2020
Nachrichten und Mitteilungen der Stadt Bitburg
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Aus dem Stadtarchiv

Bitburgs Kassen waren vor rund 200 Jahren leer - noch leerer als heute

Michael Schlexer war acht Jahre 1816 - 1824 für die Stadt Bitburg tätig. Er war „Straßenaufseher“ und „Feueraufseher“, also eine Art „Feuerpolizist“. In Zeiten, als Feuersbrünste häufig vorkamen und als fast überall strohgedeckte Häuser standen, war dieses Amt wichtig. Als Schlexer 1824 starb, schuldete die Stadt ihm noch einen großen Teil des Lohnes. Zahlen wollte man nicht - den Grund nennen die Quellen nicht.

Im Jahre 1829, also fünf Jahre nach dem Tod Schlexers, kam es endlich zu einer Verhandlung vor Notar Nels, an der Bürgermeisters Well, der Beigeordnete Limbourg und die Witwe Anna Maria Schlexer, geb. Kerren, teilnahmen. Die Sache sollte friedlich beigelegt werden. Die Witwe forderte über 107 Taler rückständige Gelder. Sie hatte als Zeugen die Bitburger Bürger Joachim Neumann, Sattler, und Moritz Clemens, Straßenaufseher, mitgebracht. Beide bestätigten, dass die Forderung der Witwe Schlexer zu Recht bestehe. Die Vertreter der Stadtverwaltung berichteten ihrerseits, dass der Landrat die Forderung Schlexers geprüft, aber dass er einen Teil gestrichen habe.

Die Stadtverwaltung erklärte sich schließlich bereit, 90 Taler zu zahlen. Die restliche Summe müsse, so hatte der Landrat empfohlen, die Gemeinde Stahl zahlen, denn auch für sie habe Schlexer wertvolle Dienste geleistet. Nun war Stahl als „arme Gemeinde“ bekannt, ob und wie die Witwe sich mit ihr einigen konnte, ist unbekannt.

P.N.