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Bitburg-Stadt
Ausgabe 31/2019
Nachrichten und Mitteilungen der Stadt Bitburg
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Zum 125. Geburtstag von Hermine Albers

Im Neubaugebiet an der Neuerburger Straße ist eine Straße nach Bitburgs berühmter Tochter Hermine Albers benannt. Sie wäre am 21. Juli 2019 125 Jahre alt geworden.

Hermine Albers wurde am 21. Juli 1894 in Bitburg als Tochter des Kreisschulrats Hermann Albers und dessen Ehefrau Klara geboren.

Nach dem Abitur an ihrem neuen Wohnort Köln studierte sie ab 1914 Sozial- und Staatswissenschaften an der Universität Bonn sowie der Kölner Hochschule für soziale und kommunale Verwaltung. Nach dem Diplom arbeitete sie in der Sozial- und Wohlfahrtspflege, unter anderem als Geschäftsführerin des Vereins für Säuglingsfürsorge und Wohlfahrtspflege im Regierungsbezirk Düsseldorf (bis 1923) sowie als Abteilungsleiterin des städtischen Wohlfahrtsamtes in Solingen. 1926 wurde Albers an der Universität zu Köln zum Dr. rer. pol. promoviert und unterrichtete anschließend Volkswirtschaft und Rechtswesen am Frauenseminar für soziale Berufsarbeit in Frankfurt/Main. 1928 wurde Hermine Albers in die Sozialverwaltung der Stadt Hamburg berufen, wo sie mit dem Aufbau einer behördenübergreifenden Familienfürsorge betraut war.

1933 wurde sie als Mitglied der Sozialdemokratischen Partei sowie der AWO und vor allem wegen ihrer Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus aus dem öffentlichen Dienst entlassen. Sie arbeitete anschließend als Wirtschaftsprüferin und Treuhänderin in verschiedenen Wirtschaftsunternehmen.

Unmittelbar nach dem Krieg übernahm Hermine Albers die Führung des Hamburger Landesjugendamtes. In dieser verantwortlichen Stellung brachte sie mit großer Energie den Neuaufbau der Jugendhilfe voran und war maßgeblich an der Entstehung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter beteiligt.

Zusätzlich war sie Mitglied des deutschen Landesausschusses der UNESCO.

Nach ihr wurde der Deutsche Kinder- und Jugendhilfepreis (Hermine-Albers-Preis) benannt, der bis heute alle zwei Jahre von der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe verliehen wird.

Am 24. April 1955 starb Hermine Albers in Hamburg, sie wurde auf dem Hamburger Friedhof Bergstedt beigesetzt. Ihr Grab besteht heute leider nicht mehr. Auf dem Bitburger Friedhof Erdorfer Straße findet sich allerdings noch ein Grabstein ihres vor ihrer Geburt am 29. November 1893 im Alter von nur 36 Jahren verstorbenen Vaters.

Die Stadt Bitburg ehrte ihre große Tochter im Jahr 2015, als sie eine Straße im Neubaugebiet Neuerburger Straße nach Hermine Albers benannte. Außerdem hat Stadtarchivar Dr. Peter Neu ihr im Jahr 2013 ein Kapitel in seinem Buch „Bitburger Persönlichkeiten“ – Band 2 gewidmet.