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Bitburg-Stadt
Ausgabe 34/2019
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Ein Stein kehrt heim

Auch die Römer waren bereits in Erdorf und in unmittelbarer Nachbarschaft. Aber sichtbare Überreste gibt es in Erdorf nicht.

1859 wurde auf dem Nussberg ein römischer Krug mit 403 Kleinbronzen aus dem 3. und 4 Jahrhundert gefunden.

1886 stieß man in 3 Meter Tiefe an einer Quelle beim Bahnhof Erdorf auf Quadersteine und römische und mittelalterliche Keramik.

Desweiteren ist auch eine römische Straße von Pützhöhe über Erdorf beschrieben.

Erdorf lag auch innerhalb der römischen Langmauer, wovon ca 1840 noch Reste sichtbar waren.

„Hier wurde auch eine merkwürdige, jetzt im Museum zu Bonn befindliche Steinschrift gefunden. Sie ist in schlecht gebildeten Buchstaben geschrieben und lautet:

Pedatura feliciter finit Primanorum D.P (zu deutsch: Der Bauabschnitt der ersten Legion ist glücklich beendet. 500 Fuß).

Es ist also zu vermuthen, dass der Straßendamm bei Erdorf auf einer Länge von 500 Schuh durch die Primanei ( Soldaten der ersten Legion ) gebaut worden sei. Der römische Ursprung der Langmauer , zu welcher doch wohl jener Straßendamm gehörte, scheint hiernach unzweifelhaft.“

Quelle: Steininger Geschichte der Trevirer/ Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden III. Heft 1843 und Eiflia Illustrata von Johann Friedrich Schannat mit Anmerkungen und Zusätzen von Georg Bärsch aus dem 3. Band 1. Abt. 2. Abschnitt aus dem Jahr 1852.

Diese „merkwürdige Steinschrift“ wurde ca 1840 ins Museum nach Bonn übergeben.

Nach Recherchen im Rheinischen Landesmuseum Bonn wurde mitgeteilt, dass dieser Inschriftenstein 1937 aufgrund der regionalen Zuständigkeit an das Rheinische Landesmuseum in Trier abgegeben wurde.

Der Stein befindet sich noch heute im Rheinischen Landesmuseum in Trier und es wurde eine Nachbildung genehmigt.

Einen herzlichen Dank geht an den Bitburger Bildhauer und Steinmetz Pierre Delleree, der diesen römischen Inschriftenstein originalgetreu nachgebildet hat.

Der Erdorfer Römerstein wird in Kürze auf dem Kylltalplatz aufgestellt.

Werner Becker