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Bitburg-Stadt
Ausgabe 38/2018
Nachrichten und Mitteilungen der Stadt Bitburg
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Aus dem Stadtarchiv

1827 – „Oder auch mit jeder anderen Person…“

Eine seltsame Heiratsvollmacht

Der Schneider Johann Daubach, ein Bürger aus altem Bitburger Geschlecht, war 1827 bereits Witwer. Von seiner 1820 verstorbenen Ehefrau Anna Maria Müller hatte er 11 Kinder. Im Jahre 1827 diente der jüngste Sohn Theodor im 7. Bonner Ulanenregiment. Ende des Jahres 1826 meldete sich Theodor, der damals bereits 28 Jahre alt war, schriftlich beim Vater und bat ihn um die „gesetzliche Einwilligung“ zu seiner Heirat. Seine Braut stamme aus Bonn und heiße Katharina Schlösser. Vater Daubach ging zu Notar Thilmany in Bitburg und erklärte ihm: Zu der Hochzeit des Sohnes könne er wegen seines hohen Alters nicht mehr fahren, schließlich sei er rund 70 Jahre alt. Aber er wolle dem Sohn gerne helfen. Der Notar stellte einen Vertrag auf, der nach Bonn gesandt wurde. Darin gestattete der Vater dem Sohn, dass er „zum Vollzug der Heirath mit der genannten Schlösser oder auch mit jeder anderen Person“ seine „förmliche Einwilligung“ gebe. Außerdem erklärte er, dass er alle „auf diese Heirath bezüglichen Verhandlungen zum Voraus für genehm und gültig halte.“

Ob der Vater seine Schwiegertochter jemals in Bitburg begrüßen konnte, ist unbekannt.

P.N.