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Bitburg-Stadt
Ausgabe 39/2018
Nachrichten und Mitteilungen der Stadt Bitburg
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Aus dem Stadtarchiv

„Ein Wohnhäuschen samt Mistenplatz und Gärtchen auf Adrig“

Johann Daubach, der 1827 seinem Sohn Theodor die „uneingeschränkte“ Heiratserlaubnis gegeben hatte, wohnte in der Adrig. Hier besaß er ein „Wohnhäuschen samt Mistenplatz und Gärtchen“. Seine 11 Kinder hatten bis auf eine die Tochter Angelika 1827 das Haus bereits verlassen. Sie wohnte mit ihrem Mann Johann Friedrich Lipkau oder Lipken noch im elterlichen Haus in der Adriggasse. Lipken war als Maurer und „Baumeister“ nach Bitburg gekommen und bald ein bekannter Mann. Das junge Ehepaar hatte 1827 bereits drei Kinder. In dem kleinen Haus wurde es eng. – Im Jahre 1827 war J. Daubach bereits altersschwach. Er erklärte im Februar vor Notar Thilmany, dass er sich „keinen Unterhalt mehr verschaffen noch seine Schulden tilgen“ könne.

Schwiegersohn Lipkau/Lipken und Tochter Angelika kauften dem Schneider sein Haus für 100 Taler ab und versprachen, die Schulden von rund 100 Taler nebst Zinsen zu bezahlen. Das junge Ehepaar verpflichtete sich, den Vater „lebenslang bei sich in gedachtem Häuschen zu behalten und nach Möglichkeit zu unterhalten“. Zwei Söhne des Schneiders Daubach und ein Schwiegersohn Ferber unterschrieben den Vertrag als Zeugen.

Der Vater aber sollte noch rund 20 Jahre lang leben. Die Familie Lipkau scheint Bitburg bald schon verlassen zu haben, nach 1832 wird sie nicht mehr in der Stadt genannt. Wo Schneider Daubach blieb, ist ungewiss, jedenfalls starb er sehr betagt erst im Herbst 1846 auf der Meilbrück.

P.N.