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Bitburg-Stadt
Ausgabe 4/2020
Nachrichten und Mitteilungen der Stadt Bitburg
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Aus dem Stadtarchiv

1/7 von 4 Karren Mist und 1/7 Kuh

Wie arm die Menschen vor 250 Jahren waren, zeigt sich in vielen alten Dokumenten. Eine Bitburger Familie hat dem Stadtarchiv einen alten, schwer lesbaren Vertrag von 1767 vorgelegt, in dem es um eine Erbteilung geht. Als 6 Geschwister der Familie Schwickerath oder Schwickert sich in Bitburg zusammensetzten und ihre Anteile untereinander friedlich aushandelten, fehlte Nikolaus Schwickerath. Er weilte „bei den Soldaten“ und diente im sogenannten Ligny-Regiment, das in Mons stationiert war. Deshalb musste sein Anteil genau beschrieben werden. Von allen beweglichen Gütern stand ihm 1/7 zu. Von dem aufzuteilenden Hausrat erhielt er „eyn Schüssel mit einem blechenen Trichter, ein eisern Kesselchen und ein Sturz-Tildgen, die Hahl, Greifphan und Feurzang und ein Kuchen Pfan“. Schließlich standen ihm zu: „Der siebten Theil von 4 Kahren Mist, die Kahr ad 10 Albus, so die Magdalena (die Schwester) gesteygert, der siebten Theil des Heu, so ad 1 Reichstaler versteigert worden“. Aber auch die noch nicht geernteten Gartenerzeugnisse und die Kuh wurden aufgeteilt. Nikolaus sprach man zu: „Sein Antheil Bohnen, Grundbirnen, Murten und Rüpen, item sein Antheil an einer Leiter auf der Scheuren, item den siebten Antheil von der Kuh, so ad 9 Reichsthaler verkauft worden“.

P.N.