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Bitburg-Stadt
Ausgabe 41/2018
Nachrichten und Mitteilungen der Stadt Bitburg
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Aus dem Stadtarchiv - „In einem Mohl und Brot“

Was eine Moll oder Mohl ist, weiß heute kaum noch jemand. In früheren Zeiten war es üblich, dass alle, die dazu in der Lage waren, ihr Brot selbst im Backofen buken. Der Teig zum Backen wurde vorher in der Mohl oder Mol hergestellt. Als Mohl diente meist der ausgehöhlte Unterbau eines großen Küchentisches, wie sie früher in Bauernhäusern üblich waren.

Als die Witwe Elentz, die ein kleines Haus am Markt hatte, im Jahre 1827 den „Kreisfeldwebel Jacob Spartz“ mit seinen vier kleinen Kindern in ihr Haus aufnahm, stand dieser kurz vor seiner 2. Ehe mit der Bitburgerin Anna Magdalena Flügel. Vor Notar Thilmany wurde ein Vertrag abgeschlossen. Jakob Spartz erhielt Wohnung und Unterkunft im Haus der Witwe; er verpflichtete sich, als „Hauspächter“ für den Lebensunterhalt der Witwe Elentz zu sorgen,„so dass sie in einem Mol und Brot“ lebten. Die Verpächterin musste zwar für alle größeren Hausreparaturen und die Steuern aufkommen, aber dafür behielt sie „besonders ihr jetziges Schlafzimmer zu ihrem alleinigen Gebrauch“. Dass es dennoch in dem kleinen Haus sehr beengt war, besagt der folgende Satz: „Die Hausstuben aber gemeinsam mit dem Pächter nutzen soll.“

P.N.