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Bitburg-Stadt
Ausgabe 44/2018
Nachrichten und Mitteilungen der Stadt Bitburg
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Edith Lieber, geb. Meier - Bericht einer Überlebenden

Edith Meier war die Tochter von Isidor und Sophie Meier. Isidor Meier war der letzte Synagogenvorsteher Bitburgs. Edith wurde am 24. September 1910 in Bitburg geboren. Dort ging sie auch zur Schule. Ihrer Schulzeit beendete sie in Saarlouis. Nach ihrem Examen wurde sie nach Lausanne geschickt, wo sie ihre Ausbildung abschloss. 1933 heiratete sie in Köln den sechzehn Jahre älteren Juristen Otto Weil. Dieser hatte im 1. Weltkrieg als Offizier für Deutschland gekämpft. 1934 wurde ihr Sohn Edwin geboren. 1936 ging Otto Weil nach Amsterdam, da es für einen jüdischen Advokaten unmöglich geworden war, in Deutschland für eine Firma zu arbeiten. Er konnte dort die Emigration seiner Familie vorbereiten. 1938 zog Edith mit ihrem Sohn ebenfalls nach Amsterdam. Im selben Jahr wurde ihr Sohn Ralf Jakob geboren. Anfang des Jahres waren die Eltern Isidor und Sophie von Bitburg nach Köln umgezogen. Schon ein Jahr später zogen die Eltern zur Tochter Edith nach Amsterdam. Doch 1943 wurden sie in das Lager Westerbork gebracht und von dort nach Sobibor deportiert und dort ermordet.

Die Tatsache, dass Otto Weil dekorierter Offizier im 1. Weltkrieg war und auch die Bekanntschaft mit wichtigen Vertretern der Wirtschaft schützen ihn und seine Familie nur eine Zeit lang. Mitte 1944 wurde die Familie ins Lager Westerbork gebracht und von dort ins KZ Bergen-Belsen deportiert. Sie wurden dort aber getrennt. Ihre Kinder konnte Edith bei sich behalten. Es gelang ihr, die Kinder trotz Krankheit zu retten. Otto Weil dagegen starb Anfang 1945 an Hunger und Schwäche. Kurz vor Ende des Krieges wurde das Lager zum Teil geräumt. Am 13. April 1945 wurde sie von den Amerikanern bei Farsleben an der Elbe befreit. Ende August 45 kehrte sie nach Amsterdam zurück. 1947 wanderte sie in die USA aus. Sie heiratete ein Jahr später Joseph Lieber. Ihre Kinder Edwin und Ralf machten Karriere in den Staaten. Im Jahr 2002 starb Edith Lieber geborene Meier in Tamarac, Florida USA. In einem Interview, das auf Video aufgenommen wurde, schildert Edith Lieber ihr Schicksal.

Die Vorführung des Interviews findet am
Mittwoch, dem 7. November 2018,
um 17.00 Uhr,
im kleinen Sitzungssaal des Rathauses

statt.

Interessierte Lehrer sind herzlich eingeladen. Selbstverständlich können auch interessierte Bürger teilnehmen.