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Bitburg-Stadt
Ausgabe 45/2017
Nachrichten und Mitteilungen der Stadt Bitburg
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Aus dem Stadtarchiv


„Auf den Blochhausischen Speicher nach Bitburg zu bringen und zu liefern“
Freifrau Eleonore von Blochhausen, geborene Freifrau von Ahr, hatte um 1806 Bitburg endgültig verlassen, sie zog nach Monaise bei Trier. Zwar war die Feudalzeit vorbei, aber die Grundherren hatten noch Rechte an ihrem alten Besitz – und das war auch bei der Witwe von Blochhausen der Fall. – Sie bestellte deshalb 1820 Nikolaus Well aus Bitburg zu ihrem „Sachwalter“; Well durfte im alten Schloss vor dem Nordtor Wohnung beziehen, er musste auf alle alten Rechte und Einkünfte achten.
Zu den Rechten, die er für seine Herrin zu wahren hatte, gehörte auch ihr Besitz in Stahl. Dem Ackerer Anton Holtzemer aus Stahl verpachtete Well 1821 auf 9 Jahre „das Blochhausische Guth bestehend in dem Kahrenhaus“. Die Pacht betrug 5 Malter Korn, 3 ½ Malter Weizen und 2 Malter Hafer. Außerdem hatte der Pächter2 Kronentaler jährlich zu zahlen „wegen des vertauschten Backhaus“. Sein Getreide hatte Holtzemer jährlich im November „ins Bitburger Schloss auf eigene Kosten“ zu liefern „in guten, sauberen und trockenen Früchten“. Er konnte auf keine Ermäßigung der Pacht hoffen „wegen Hagelschlag, Wasserüberschwemmung, Kälte oder sonstiger Unfruchtbarkeit“. Der Pächter war bei Naturkatastrophen also auf das Einsehen der Herrin angewiesen. – Ein Jahr später – 1822 – verpachtete Well in ähnlicher Weise den „Thomashof in Stahl“ auf 9 Jahre. Hier war Peter Schomer der Pächter, der auf ähnliche Bedingungen eingehen musste wie Holtzemer.


P.N.