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Bitburg-Stadt
Ausgabe 45/2019
Nachrichten und Mitteilungen der Stadt Bitburg
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Aus dem Stadtarchiv

Vor 160 Jahren in Bitburg: Statt der „Tafel“ gab es eine „Suppenanstalt“

Im 19. Jahrhundert waren sogenannte „Hungerjahre“ keine Seltenheit. Besonders 1854 und 1855 herrschte nach Missernten in Stadt und Land große Not. „Die überhand nehmende Bettelei und besser noch die vielen bleichen, eingefallenen und verfrorenen Gesichter von alt und jung unter der armen Bevölkerung sagen zur Genüge, dass Jammer und Elend in diesem Augenblick in vielen Wohnungen ihren Sitz haben.“ Dieses Zitat aus der Stadt Trier dürfte auch für Bitburger Verhältnisse gelten. Wegen der katastrophalen Wirtschaftslage beschloss der Bitburger Stadtrat im Januar 1856 „500 Reichstaler für Armenunterstützung“ auszugeben. Lange beriet man darüber, „ob der Betrag durch Beschaffung von Arbeit oder für die Suppenanstalt verwendet werden“ sollte. Schließlich fasste der Stadtrat den folgenden Beschluss: „Die Suppenanstalt hat in den verflossenen Jahren die besten Erfolge gezeigt, so dass bei dem Mangel an Lebensmittel deren Fortbestand im laufenden Jahr nur erwünscht sein kann“. Der Betrag wurde vom Stadtkämmerer dem „Armenverein von Bitburg“ übergeben. Dem Verein blieb es überlassen, das Geld „wie im Vorjahre zu verwenden“. Aus diesem Text kann man entnehmen, dass bereits vor 1856 in Bitburg eine „Suppenanstalt“ bestand. Wie sie im Einzelnen zum Wohl der Ärmeren tätig war, geht aus den Quellen nicht hervor.

P.N.