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Bitburg-Stadt
Ausgabe 45/2020
Auf ein Wort
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Auf ein Wort

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

im März dieses Jahres führte der dramatische Verlauf der Corona-Pandemie zu einem vollständigen Lockdown mit der Folge, dass die Geschäfte, Sport- und Freizeitaktivitäten, Dienstleister, die Gastronomie und Hotellerie und sogar die Schulen und Kindertagesstätten über einen längeren Zeitraum geschlossen bleiben mussten. Es folgten die warmen Sommermonate, die uns aufgrund des Rückgangs von Infektionen und der damit verbundenen Rücknahme von Restriktionen Hoffnung gaben und zugleich die Möglichkeit boten, die Ferien - zwar teils mit Auflagen - in beliebten Urlaubsorten im In- und Ausland zu verbringen. An die Hygienemaßnahmen mit Mund- Nasenschutz, die Abstandsregeln und den Verzicht auf Händeschütteln im Alltag haben wir uns mehr oder weniger gewöhnt, und auch der Schul- und Kitabetrieb konnte nach den Sommerferien im Regelbetrieb mit entsprechendem Lüftungskonzept und Hygienevorschriften wieder anlaufen.

Inzwischen hat das Land die Corona-Bekämpfungsverordnung in Rheinland-Pfalz mehrfach angepasst; auch ein Früh-Warn-System mit einer Task Force wurde eingeführt mit dem Ziel, lokal auftretende Hotspots vor Ort zu bekämpfen, ohne bundeseinheitliche oder landesweite Maßnahmen zu verordnen.

Als jedoch Anfang Oktober die Fallzahlen der mit Corona infizierten Mitbürger auch im Eifelkreis Bitburg-Prüm kontinuierlich anstiegen und sich die Lage auch in anderen Regionen Deutschlands und Europas verschärfte, zeichnete sich ab, dass die Politik zu Entscheidungen kommen muss, um das Virus so einzudämmen und eine Überforderung unseres Gesundheitssystems zu vermeiden.

Als Bitburger haben wir bis heute diese Krise mehr oder weniger gut gemeistert, auch wenn es schmerzt, dass das kulturelle Leben, die Veranstaltungen, die großen Feste und Events, das gesellige Miteinander so sehr fehlen. Es schmerzt, dass die Gastronomiebetriebe und auch die Hotels mit großen Einbußen zu kämpfen haben und der eine oder andere Betrieb mittlerweile aufgeben musste, oder vor der Aufgabe steht. In Bitburg vermissen wir seit dem Sommer unser Kino, aber wir denken in diesen Tagen auch und vor allem an die von einer Kündigung betroffenen Mitarbeiter. Hinter jedem Arbeitsplatz, der aufgrund der Corona-Pandemie in Gefahr ist, steht auch ein persönliches Schicksal, oftmals eine Familie und die Frage, wie es finanziell und beruflich weitergehen soll. Existenzen stehen auf dem Spiel. Auch das ist die bittere Wahrheit in diesen Tagen - auch in unserer Stadt.

Nicht zu vergessen sind unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger, die in diesem Jahr ihre Bekannten in den Begegnungsstätten kaum sehen können, ihren Seniorentreff, den Seniorentag oder die beliebte Weihnachtsfeier nicht erleben können und somit auf wichtige soziale Kontakte verzichten müssen. Ich denke an die Vereine im Bereich des Sports, aber auch an unsere Chöre, die Musikvereine und Theatergruppen, deren Aktivitäten durch fehlende Auftritts-Möglichkeiten und besondere Vorschriften für Veranstaltungen in der Ausübung ihres Vereinslebens sehr eingeschränkt sind.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, heute, sieben Monate nach meinem Beitrag „Auf ein Wort“ von Ende März 2020 möchte ich noch einmal die Legende der Bitburger Gäßestrepper aufgreifen und in Erinnerung rufen, um uns in den vor uns liegenden Wochen Mut zuzusprechen. Wieder stehen wir vor drastischen Einschränkungen, die teilweise wieder die gleichen Bereiche treffen, wie bereits im Frühjahr des Jahres. Mit großer Sorge betrachte ich die Entwicklung für Wirtschaft und Gesellschaft in unserem Land und hoffe dennoch, dass die Bürgerinnen und Bürger die auf Bundes- und Länderebene ergriffenen Maßnahmen erneut mittragen, um so ein weiteres drastisches Ansteigen der Infektionszahlen zu erschweren. Die rasante Verbreitung des Virus zeigt den Ernst der Lage, der entsprechendes Handeln zum Schutz der Gesundheit der Bevölkerung erforderlich macht.

Deshalb möchte ich Sie noch einmal eindringlich bitten, sich an die beschlossenen Vorgaben zu halten, auch wenn ich weiß, dass viele Maßnahmen, wie gerade das Schließen der gastronomischen Betriebe in der Bevölkerung zunehmend kritisch und mitunter als nicht verhältnismäßig angesehen werden. Diese Maßnahmen bedeuten Einschränkungen, die sicherlich schmerzlich und einschneidend sind.

Im Frühjahr haben wir uns in einer solchen, sogar noch drastischeren Situation befunden. Schnell haben die Bitburger jedoch diese Notsituation genutzt, um Gemeinschaft und Gemeingeist zu demonstrieren. „Bitburg sind Wir“ - das ist der Slogan des Jahres 2020. „Bitburg sind Wir“ - das wollen wir auch besonders in den kommenden Wochen der geltenden Einschränkungen bleiben. Nun sind wieder Solidarität und Teamgeist gefragt. Auch wenn Gastronomiebetriebe geschlossen bleiben müssen, so können wir sie dennoch unterstützen, indem wir z. B. dort bestellen und dann zuhause essen. Nutzen Sie diese Angebote! Der Bund muss sich daran messen lassen, die zugesagten Kompensationsmaßnahmen für entstehende Einnahmeausfälle, schnell und unbürokratisch auszuzahlen, um die betroffenen Branchen zu unterstützen.

Wenn wir uns alle gemeinsam an die Vorgaben halten, leisten wir alle einen solidarischen Beitrag, damit die Beschränkungen möglichst schnell wieder gelockert und das öffentliche und gesellschaftliche Leben wieder Einkehr halten kann. Mit unserem persönlichen Verhalten helfen wir also den betroffenen Branchen, möglichst schnell wieder in eine bessere wirtschaftliche Lage zu gelangen. Mein herzlicher Dank gilt in dieser Zeit den Ordnungskräften und all den vielen Freiwilligen in den Rettungsdiensten, sowie den Verantwortlichen des Eifelkreises und den Mitgliedern unseres Corona-Stabes, mit denen wir eng und sehr kooperativ zusammenarbeiten.

Bleiben wir gemeinsam geduldig und geben wir den Mut und die Hoffnung nicht auf. Mit der Kreativität und dem Einfallsreichtum der Bitburger Gäßestrepper werden wir auch die kommenden Wochen gemeinsam überstehen.

Bleiben Sie gesund,
Ihr Bürgermeister Joachim Kandels