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Bitburg-Stadt
Ausgabe 46/2019
Nachrichten und Mitteilungen der Stadt Bitburg
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Aus dem Stadtarchiv

Wenn Gutsbesitzer Limbourg seine Ställe öffnete, hatte Bitburg einen zusätzlichen Markttag: Viele Menschen strömten in die Stadt

Zu den einflussreichsten, reichsten und angesehensten Persönlichkeiten in der Stadt gehörte im 19. Jahrhundert Johann Peter Limbourg (1820 – 1905), Ehrenbürger seiner Heimatstadt. Wie groß das landwirtschaftliche Anwesen und wie zahlreich der Viehbestand der Familie war, zeigte sich vor allem dann, wenn eine „Limbourg-Viehversteigerung“ angekündigt wurde. Aus den Ställen des Landwirts oder von den Weiden wurden dann Tiere zusammengebracht und zum Verkauf angeboten. Zu diesen Versteigerungen kamen stets zahlreiche interessierte Landwirte aus den umliegenden Orten auf den Hof Limbourg, der damals noch in der heutigen Josef-Niederprüm-Straße lag. Eine solche Versteigerung fand unter notarieller Aufsicht am 16. Oktober 1828 statt. Nach der offiziellen Ankündigung sollte „eine Anzahl Rind- und Wollvieh von verschiedenem Geschlechte und Gattung“ angeboten werden. Verkauft wurden an diesem Tage: 16 Kühen, 10 „Rindchen“, 57 Lämmer, 36 Hammellämmer, 10 „teils Lämmer teils Jahrlinge“, 26 Schafe und 24 Hämmel.

Insgesamt wechselten an einem Tage nach dem Verkaufsprotokoll 179 Tiere den Besitzer. Gutsbesitzer Limbourg konnte am Abend eine Einnahme von rd. 672 Taler verbuchen.

Die Käufer kamen aus Bitburg (21), Mötsch (7), Fließem (4), Ehlenz (4) und 8 anderen umliegenden Orten. Es waren offenbar keine Metzger unter den Käufern, die meisten waren Handwerker, Tagelöhner und Bauern. Als finanzstarker Großeinkäufer zeigte sich der Mötscher Bauer Theodor Paltzer. Er erwarb: 1 Rind, 31 Lämmer und 11 Hammellämmer. Während alle Auswärtigen Bürgen stellen mussten, vertrauten Limbourg und der Notar den Bitburgern offenbar ein größeres finanzielles Polster zu, von ihnen brauchten nur wenige einen Bürgen zu stellen.

P.N.