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Bitburg-Stadt
Ausgabe 47/2020
Nachrichten und Mitteilungen der Stadt Bitburg
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Aus dem Stadtarchiv

Sergeant Claude I. Cross,

ein vergessener Wohltäter unserer Stadt

Ich habe in letzter Zeit wiederholt in Bitburg nach Sergeant Cross gefragt, ich erhielt keine Auskunft. Sergeant Cross scheint völlig vergessen zu sein, obwohl sein Wirken in Bitburg erst 65 Jahre zurückliegt. Die Bitburger sollten diesen Mann nicht vergessen. Er hat Großes selbstlos für unsere Stadt geleistet.

Dass der Wiederaufbau des ehemaligen Waisenhauses trotz großer Hindernisse schon Mitte der 50er Jahre beginnen konnte, lag daran, dass Dr. Simon und Architekt Zins engagierte Mitstreiter fanden. Schon Anfang des Jahres 1955 taucht ein Name auf: Claude I. Cross. Sergeant Cross war damals Offizier bei der Air Police am Flugplatz.

Wie und wann die Nachricht von den Aufbauplänen des Waisenhauses sich auf dem Flugplatz verbreitete, ist heute unbekannt. Sergeant Cross war sozial engagiert und 1953/54 zunächst damit beschäftigt, Gelder für deutsche Waisenkinder zu sammeln. Er gründete ein „Hilfswerk“, das aber offenbar ursprünglich nichts mit dem Bitburger Waisenhaus zu tun hatte. Er unterstützte 23 Kriegswaisen, die damals im Kloster Himmerod Zuflucht gefunden hatten. Als er vom geplanten Wiederaufbau des Bitburger „Waisenhauses“ hörte, setzte er sich sofort mit großem Engagement für dieses Projekt ein. Ob die historische Bausubstanz ihm wichtig war oder ob es nur um die „Waisenkinder“ ging, ist unklar. In der Bitburger Presse war bereits 1955 zu lesen: „Seine Lebensaufgabe sieht M. Cross darin, die Betreuung von Waisenkindern durchzuführen, und er hat für seine Idee in den Vereinigten Staaten schon eine große Zahl von Helfern gefunden, die ihm durch freiwillige Spenden die Mittel zur Verfügung gestellt haben, die notwendig sind, um zunächst mit dem Wiederaufbau des Waisenhauses zu beginnen.“. Cross wurde zu einer zentralen Figur, die in den folgenden Jahren unermüdlich für den Wiederaufbau tätig war.

Nach 1956 wird der emsige Sergeant Cross in den Akten der Stadt nicht mehr erwähnt. Er verließ die Stadt und hat vermutlich nicht erlebt, wie schließlich der Waisenhausbau vollendet und am 24. Oktober 1959 eingeweiht wurde. In den Presseberichten der Einweihungsfeier, an der auch der Mainzer Kultusminister Dr. Orth teilnahm, wird Cross nicht erwähnt, er hatte einige Jahre vorher die Eifel verlassen.

Es war bisher nicht möglich, ein Foto des Sergeanten zu erhalten. Nachrichten zu seinem weiteren Lebenslauf fehlen. Wer ihn noch gekannt hat oder wer sogar ein Foto von ihm besitzt, wird dringend gebeten, sich auf dem Stadtarchiv oder der Pressestelle (Herrn Krämer) zu melden (Öffnungszeit des Archivs: Jeden Mittwoch 8.00 - 12.30 h.).

P.N.