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Bitburg-Stadt
Ausgabe 47/2020
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Würdiger Platz zum Gedenken im Herzen Bitburgs

Kranzniederlegung am 9. November 2020 an der Gedenkstele Am Markt (v.l.n.r. Künstler Sebastian Langner, Bürgermeister Joachim Kandels, Landesbeauftragter Dieter Burgard und Henri Juda).

- Kranzniederlegung am neuen Mahnmal am Markt -

Auf dem neu gestalteten Platz „Am Markt“ stehen die Funktionen Erinnerung und Dokumentation im Vordergrund. Am 8. Mai wurde die Stele „Der Riss“ zum Gedenken an die Opfer der jüdischen Gemeinde Bitburgs von Bürgermeister Joachim Kandels enthüllt. Eine offizielle Einweihung war für den 9. November 2020 geplant, am Gedenktag an die Reichspogromnacht 1938. Aufgrund der aktuellen Beschränkungen durch die Corona-Pandemie konnte die geplante Einweihung dieses bedeutenden Mosaiksteins zur Erinnerung an die jüdische Gemeinde leider nicht stattfinden. Um dennoch die Öffentlichkeit über die Bedeutung des Mahnmals und die Hintergründe zur Errichtung zu informieren, hatte Bürgermeister Joachim Kandels zu einem Pressegespräch mit anschließender Kranzniederlegung im kleinen Rahmen eingeladen.

Im Februar 2017 fasste der Stadtrat den Beschluss, eine zentrale Gedenkstelle an die jüdische Gemeinde Bitburgs zu schaffen. Nach intensiven Diskussionen unterbreitete der Arbeitskreis Gedenken dem Stadtrat den Vorschlag, eine Stele als Mahnmal auf dem Platz „Am Markt“ aufzustellen.

Erarbeitet wurde der Entwurf mit dem Titel „Der Riss“ vom Wittlicher Künstler Sebastian Langner. Das Kunstwerk besteht aus einem 9,50 Meter langen und ca. 30 cm breiten, in den Boden eingesenkten Bronzeband mit der plastischen Darstellung eines Risses. Das Bronzeband erhebt sich am Ende aus dem Boden und wird zu einer über zwei Meter hohen Stele.

Laut Künstler Langner steht der Riss für eine nicht verheilte Narbe oder Wunde, das Quälende, das im Unterbewusstsein Eingetragene oder auch die beunruhigende Tektonik des Bodens, auf dem wir stehen. So ist auch das Pflaster am Mahnmal dem in vielen Städten seit Jahrhunderten vorhandenen Pflaster nachempfunden und entsprechend unruhig verlegt.

Der Riss setzt sich fort bis ins Stelenteil, wo die Namen der Opfer eingetragen sind. In der Stele angedeutet ist auch eine Menora, der siebenarmige Leuchter, als Symbol des jüdischen Glaubens. Auf der Rückseite wird der Prophet Jesaja zitiert: „Einen ewigen Namen gebe ich ihnen, der niemals getilgt wird.“ Darunter steht die Widmung „Den jüdischen Mitbürgern Bitburgs zum Gedenken."

Am Riss entlang ist die systematische Vernichtung der Juden mit den Begriffen „verachtet – diffamiert …“ bis hin zu „deportiert – ermordet“ zu lesen. Der „Riss“ weist in Richtung Standort der ehemaligen Bitburger Synagoge.

Der Standort des Mahnmals am Markt ist bewusst gewählt. Hier wohnten in der Nachbarschaft etliche jüdische Familien in Sichtweite der ehemaligen Synagoge.

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