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Bitburg-Stadt
Ausgabe 47/2020
Nachrichten und Mitteilungen der Stadt Bitburg
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Zum Gedenktag an die Reichspogromnacht führten einige Bitburger eine besondere Aktion am Mahnmal durch.

Anstelle einer offiziellen Einweihung nahmen nun neben Bürgermeister Joachim Kandels und Künstler Sebastian Langner auch Henri Juda für den Arbeitskreis Gedenken und der Beauftragte für jüdisches Leben und Antisemitismusfragen des Landes Rheinland-Pfalz, Dieter Burgard, an einem Pressegespräch im Bitburger Rathaus teil.

Herr Burgard dankte der Stadt Bitburg dafür, dass die Erinnerung an ihre jüdische Gemeinde wachgehalten wird. Neben dem neuen Mahnmal, der Unterhaltung des jüdischen Friedhofs, der Gedenktafel für die Synagoge und der alljährlichen Lesung am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus gebe es mit www.bitburg-gedenkt.de auch eine sehr informative und gut gemachte Homepage, die vom Arbeitskreis Gedenken betreut wird. Der Landesbeauftragte erinnerte in dem Zusammenhang an das kommende Jahr 2021, wenn das Jubiläum „1700 Jahre jüdische Kultur in Deutschland“ begangen wird.

Henri Juda, der sich seit zehn Jahren für die Gedenkarbeit in Bitburg engagiert, dankte den Bitburgern ebenfalls für ihre vorbildlichen Projekte. Gemeinsam sei man auf dem Weg, sich tiefer mit der Vergangenheit zu befassen, viel mehr als nur an der Oberfläche zu kratzen.

Bürgermeister Joachim Kandels erläuterte den Standort des Mahnmals, wo bis zum vergangenen Jahr einfach nur ein Parkplatz war. Hier, im Umkreis von wenigen hundert Metern, wohnten zahlreiche jüdische Familien, darunter Vorfahren von Henri Juda, und auch die Synagoge stand nur wenige Schritte entfernt an der Ecke Rautenberg/ Neuerburger Straße. Er wünschte sich, dass der neue Platz für alle, die hierhin kommen, ein Ort des Gedenkens, des Innehaltens, des Gebetes, des Mahnens, des Nachdenken und der Erinnerung sein könne.

Dankesworte richtete er an alle Beteiligten, insbesondere auch an die Dr. Hanns-Simon-Stiftung, die mit ihrer großzügigen Spende die Finanzierung des Kunstwerkes ermöglichte.

Gemeinsam mit seinen Gästen legte Bürgermeister Kandels im Anschluss an das Pressegespräch einen Kranz an der neuen Gedenkstele nieder – natürlich unter Einhaltung der geltenden Abstandsregeln.

Eine offizielle Einweihung der Stele im Beisein der Bevölkerung konnte wegen der Beschränkungen anlässlich der Corona-Pandemie nicht durchgeführt werden, auch nicht die seit fast vierzig Jahren stattfindende Veranstaltung zum Gedenken an die Reichspogromnacht 1938. An diesem Tag trifft sich Bürgermeister Joachim Kandels alljährlich mit vielen Schülerinnen und Schülern, Bürgerinnen und Bürgern sowie Vertretern der jüdischen Gemeinde Luxemburgs zum Gedenken an Bitburgs jüdische Gemeinde auf dem jüdischen Friedhof in der Erdorfer Straße.