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Bitburg-Stadt
Ausgabe 50/2018
Nachrichten und Mitteilungen der Stadt Bitburg
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Grünes Gründerzentrum und Wohnen mit Qualität

Grafik: FIRU, Kaiserslautern

- Machbarkeitsstudie für Housing-Gelände vorgestellt

Im Zuge der Vorstellung einer Machbarkeitsstudie für die Entwicklung des Housing-Geländes hat der Stadtrat einstimmig ein Leitbild-Szenario „Green-Tech-Cluster Eifel“ priorisiert, das die Bildung eines grünen Gründerzentrums, den Bau neuer Häuser bzw. die Modernisierung vorhandener Wohnblocks sowie die Erneuerung von Sport- und Freizeitstätten vorsieht. Bei der Verwirklichung des ambitionierten Projekts will die Stadt intensiv mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) als Eigentümerin der Liegenschaft sowie der „kommunalen Familie“, sprich Eifelkreis und Verbandsgemeinde Bitburger Land, zusammenarbeiten.

Im April 2018 hatte die Stadt Bitburg den Auftrag zur Erstellung einer Machbarkeitsstudie „Konversion Housing Bitburg“ an das Büro FIRU in Kaiserslautern vergeben. Die Kosten für dieses Gutachten in Höhe von 114.913,54 Euro übernahm die BIMA als Eigentümerin des Geländes zur Hälfte, und den städtischen Anteil förderte das Land Rheinland-Pfalz zu siebzig Prozent aus Mitteln des Strukturprogramms.

Nun stellten im voll besetzten Sitzungssaal des Rathauses die Herren Detlef Lilier (FIRU) und Dr. Christian Ege (vom Unterauftragnehmer empower) im Stadtrat den Sachstand der Angelegenheit vor und stimmten mit dem Rat das weitere Vorgehen ab.

Durch die Machbarkeitsstudie sollen die für das Gelände bestehenden Chancen einer zivilen Konversion aufgezeigt werden. Neben einer Situations- und Marktanalyse sollen Nutzungs- und Entwicklungsszenarien erarbeitet werden und verschiedene Entwicklungsoptionen für die Liegenschaft dargestellt und bewertet werden.

In einem umfassenden Verfahren, an dem Teilnehmer aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik, Jugend, Sport, Tourismus sowie potenzielle Nutzer beteiligt waren, wurden drei Leitbild-Szenarien für das Housing-Gelände erarbeitet. Die Szenarien stellen dar, was auf dem Gelände bis zum Jahr 2030 verwirklicht sein soll.

Dabei wurde im Rahmen einer Marktanalyse der Standort Bitburg im Hinblick auf Demographie und Bevölkerungsentwicklung, den Wohnungsmarkt und die Marktentwicklung im Bereich Industrie, Handel und Gewerbe untersucht und daraus Ableitungen für eine Nutzung des Housing-Geländes gezogen. Nutzungsmöglichkeiten gebe es hier für das 60 Hektar große Areal im Bereich Wohnen - Gewerbe- öffentlicher Bedarf - Sportanlagen- Freizeit & Tourismus - Service.

Leitbild-Szenario 1:

„Das Angebot der Stadt im ländlichen Raum“ - Dabei geht es um die Entwicklung der Housing als Wohnstandort mit großstädtischem Flair in Ruhe & Natur mit schneller Anbindung nach Trier und Luxemburg, aber auch ins Internet. Eine Wohnraumbedarfsprognose für Bitburg ergab, dass es hier bis 2030 einen Bedarf von 960 zusätzlichen Wohneinheiten gibt. 400 davon könnten auf dem Housing-Gelände entstehen. Als besondere Angebote könnten ein Pendel-Kleinbus-Service nach Trier / Luxemburg (Fahrtzeit = Arbeitszeit), ein Park mit Wasserspielplatz / Attraktionen wie „Dark Minigolf“, eine Betreuung für Haustiere und ein Wohnmobilstellplatz auf dem Gelände eingerichtet werden.

Leitbild-Szenario 2:

„Dienstleistungszentrum ländlicher Raum 4.0 mit Gesundheitscampus“ - Hierbei wäre beabsichtigt, das Housing-Gelände als generationsübergreifenden Standort für die Region für Wohnen, Bildung und ein Angebot an Gesundheits- & Pflegediensten zu entwickeln.

Ziele des Szenarios sind, neues Leben in der Housing und in Bitburg sowie eine städtebauliche Brücke nach Mötsch zu schaffen und auch ein Signal für die Umsetzung anderer Projekte in Bitburg, z. B. BIT Galerie, zu setzen.

Chancen gebe es für den Fachkräftebedarf in der Region, den Bedarf an Gesundheitsleistungen für die älter werdende Gesellschaft und auch gegenüber dem höheren Preisniveau in Ballungsräumen.

Es könnten 500 bis 550 neue Wohneinheiten auf dem Gelände entstehen. Darüber hinaus bietet es Chancen zur Schaffung eines Bildungs-und Informationszentrums ländlicher Raum, eines MINT-Erlebniszentrums für Berufe der Region (MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) und/oder eines Zentrums für Gesundheit und Pflege mit Ausbildung in Kooperation mit Hochschulen. Auch eine Kindertagesstätte könnte neu gebaut werden.

Der Nutzen für die gesamte Eifelregion wäre es, den Berufsnachwuchs in der Region zu halten bzw. auch aus anderen Regionen zu gewinnen und hier neue, innovative Betreuungsmodelle (mobil / stationär) einzurichten.

Leitbild-Szenario 3:

„Green-Tech Cluster Eifel mit Keimzelle am Standort Housing“ - Unter „Cluster“ versteht man die Bündelung, Zusammenfassung von Innovationen. So könnte der Aufbau eines Wachstumsmagnets Green-Tech in der Eifel neue und nachhaltige Lösungen für Ernährung, Energie, E-Mobilität und Gesundheit schaffen. Es würde eine Anziehungskraft durch eine klare Vision entstehen und das Potenzial in der Region für Ernährung (Bier, Milch, Landwirtschaft) bündeln. Es gebe auch Chancen, dass der Eifelkreis zur Pilotregion für z.B. e-Mobilität oder autonomes Fahren werde.

Gleichzeitig würde ein kreisweites „Cluster“ mit der Keimzelle Housing Bitburg eingerichtet. Marktfelder gibt es in den Bereichen Self-Tracking, Robotic, E-Mobilität, Energiewirtschaft, gesunder Lebensraum, Ernährung, Baustoffe, Smart-Technik und Telemedizin.

Bei der Schaffung von Wohnraum auf dem Housing-Gelände wäre ein Mix aus Ein-/Zweifamilienhäusern, Doppel-, Reihen- und Kettenhäusern, Mehrfamilienhäusern mit schwerpunktmäßig 2- bis 4-Zimmer-Wohnungen (Wohnflächen von >50 bis ca. 120 qm), und auch Mehrfamilienhäusern mit 1- bis 2- Zimmer-Wohnungen mit ca. 35 bis ca. 50 qm Wohnfläche denkbar. Dabei würden sowohl Neubauten entstehen als auch bestehende Wohnblocks saniert und modernisiert.

Ziele und Nutzen des ambitionierten Szenarios wären: Wachstum im Eifelkreis gegen die Trends Landflucht und Demographie sowie die Sicherung der Standortattraktivität durch eine eigenständige, kooperative Innovationsstrategie.

Die vortragenden Fachleute und auch die im Vorfeld beteiligten Teilnehmer des Workshops empfahlen den anwesenden Mandatsträgern, das Szenario 3 als Zielvorgabe zu beschließen, da es das Szenario mit den höchsten Ansprüchen und größte Chancen sei.

Beschluss

Auf einstimmige Empfehlung des Ausschusses für Bau, Wirtschaft und Verkehr beschloss der Stadtrat schließlich ebenfalls einstimmig,

  1. Die bisherigen Ergebnisse der Machbarkeitsstudie werden billigend zur Kenntnis genommen,
  2. Für die weitere Bearbeitung der Machbarkeitsstudie ist das Leitbild-Szenario „Green-Tech Cluster Eifel“ zu priorisieren,
  3. Der Auftragserweiterung für die Erstellung einer Kommunikationsstrategie und die Akteursansprache mit dem Ziel einer Netzwerkbildung zum angebotenen Honorar von brutto 19.040 € wird zugestimmt und
  4. Wünschenswert ist die Zusammenarbeit der „kommunalen Familie“ (Stadt, Verbandsgemeinde Bitburger Land, Eifelkreis). Die Gesamt-Präsentation zur Machbarkeits-Studie steht im Internet unter www.bitburg.de im Anhang zu diesem Artikel als Download bzw. zum Einlesen bereit. Den Artikel finden Sie dort im Menü unter „Aktuelle Meldungen“.