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Bitburg-Stadt
Ausgabe 51/2019
Nachrichten und Mitteilungen der Stadt Bitburg
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Gedenken an die Zerstörung Bitburgs vor 75 Jahren

1945: Amerikanische Soldaten in der zerbombten Trierer Straße. Foto: Archiv

Weihnachten 1944: Schwere Bombenangriffe auf die Stadt haben Bitburg zu fast neunzig Prozent in Schutt und Asche gelegt. Vor allem die Bombenangriffe am 24. und 25. Dezember 1944 forderten viele Todesopfer unter der einheimischen Bevölkerung, nicht gezählt die zahlreichen Verwundeten und Verschütteten, die gerettet wurden. In diesen Tagen jähren sich die für Bitburg so schmerzvollen Tage zum 75. Mal.

In der Stadtchronik von 1965 hat Archivar Dr. Peter Neu dazu Folgendes festgehalten:

„Am 23. Dezember 1944 wurde das romantische Neuerburg schwer von den Bomben heimgesucht. Die Bitburger Feuerwehr war zur Hilfeleistung in das brennende Städtchen gefahren und erst spät nach Hause zurückgekehrt.

Jagdbomber überflogen am selben Tag auch Bitburg und griffen mit Bordwaffen vereinzelte Ziele an, die sich boten. Der folgende Tag aber sollte erst zum eigentlichen Desaster in der Geschichte Bitburgs werden.

Kurz nach Mittag näherte sich der Stadt ein Bombergeschwader, und gegen 13:30 Uhr entlud es seine todbringende Last über der Stadt.

Was zurückblieb, als die Maschinen wieder in Richtung Front abdrehten, waren rauchende Trümmer und Schutthalden. Im Luftschutzkeller der Bavaria-Brauerei (Zangerles Eck), der allgemein als bombensicher angesehen wurde, fanden etwa zwanzig Menschen, Zivilisten und Soldaten, den Tod … Die Bitburger Feuerwehr half, wo noch zu helfen war. Alle Wasserleitungen waren zerstört, an Löscharbeiten war nicht zu denken. Die Feuerwehren von Speicher und Rittersdorf, die angerückt waren, um zu helfen, mussten unverrichteter Dinge abziehen.

In das Einsatzbuch der Bitburger Wehr schrieb damals jemand: „Bitburg ist verloren.“

Aber es sollte noch schlimmer kommen. Am nächsten Tag, dem ersten Weihnachtsfeiertag, wiederholte sich das Bombardement. Nach einem offiziellen amerikanischen Armeebericht wurden an diesem 25. Dezember durch Einheiten der 11. US-Luftflotte Bahnhof und Bahnanlagen unserer Stadt zerstört. Aber statt des Bahnhofes musste die ganze Südstadt in Trümmern sinken.

Das Krankenhaus wurde nach Nattenheim verlegt, die evangelische Kirche wurde völlig zerstört. In der Stadt konnte man sich kaum noch zurechtfinden. Wer durch die Straßen wollte, musste über hohe Geröllmassen klettern, und viele waren froh, dass sie wenigstens das nackte Leben gerettet hatten.“

Der Beschuss Bitburgs ging noch weiter, bis endlich am 28. Februar amerikanische Soldaten einrückten. Die Bilanz: 165 tote Soldaten, 111 tote Zivilisten, 75 vermisste Soldaten, 141 versehrte Soldaten und 32 versehrte Zivilisten.

Deshalb sollte jeder im vorweihnachtlichen Stress oder an den hoffentlich besinnlichen Feiertagen einmal innehalten, um an die schwer geschädigten, verwundeten oder gar getöteten Menschen jener Tage zu denken. Gleichzeitig sollte jeder dankbar sein, dass sie/er in der heutigen, friedlichen Zeit hier leben darf.

Umso mehr sollten wir alle, jeder an seinem Platz, für eine friedvolle Welt eintreten und jegliche Art von Gewaltanwendung ächten.

Die von Dr. Neu konzipierte Ausstellung vermittelt einen Eindruck von dem, was den Bitburger in jenen Tagen widerfahren ist. Sie ist noch bis Ende Januar im 1. Obergeschoss des Rathauses zu den gewohnten Öffnungszeiten zu sehen.

W.K.