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Bitburg-Stadt
Ausgabe 51/2019
Nachrichten und Mitteilungen der Stadt Bitburg
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Lebendige Vergangenheit:

Info-Stele nahe dem Standort des einstigen Nordtors →→→ Foto: Sabine Reiser

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Bitburgs römisches Erbe real und virtuell genießen

Aus dem römischen Rundweg in Bitburg ist ein Archäologischer Parcours geworden. Ab sofort kann jeder das römische und teilweise auch das mittelalterliche Bitburg barrierefrei, spannend, modern und wissenschaftlich exakt aufgearbeitet erleben – die neue App mit zahlreichen Gimmicks wie z.B. die virtuelle Darstellung der römischen Bauten, Filmsequenzen zur Geschichte oder mit Bitburgern auf Entdeckungstour, 360-Grad-Ansichten und Vielem mehr bietet grenzenlose Möglichkeiten. Und wer ohne Handy unterwegs ist, findet selbstverständlich vor Ort mittels Monitoren, Darstellungen, Repliken von Original-Fundstücken bzw. an den Original-Schauplätzen alles zur Frühgeschichte unserer Stadt.

Nach rund 25 Jahren war der archäologische Rundweg „Römisches Bitburg“ nicht mehr zeitgemäß. Der heutige Besucher erwartet moderne Kommunikationsmittel sowie optische, akustische Darstellungen, um die Frühgeschichte unserer Stadt mit allen Sinnen zu erleben.

Deshalb erarbeitete das Büro Reiser aus Trier in Zusamenarbeit mit Archäologen und der Verwaltung ein Gesamtkonzept zur Neuordnung des archäologischen Rundwegs, das nun vor Ort und mittels einer neuen App auch virtuell erlebbar ist. Insbesondere Ferdinand Heimerl, der seine Doktorarbeit über die Geschichte des römischen Bitburg schrieb, konnte mit fundierten archäologischen Forschungen, teilweise auch neuen Erkenntnissen, zu dem Projekt beitragen.

Architektin Sabine Reiser beschreibt den Archäologischen Parcours in Bitburg als neues, modernes Konzept, das die archäologischen Informationen barrierefrei, spannend und zeitgemäß präsentiert und für die Besucher eine besondere Atmosphäre schafft, in der das historische Bitburg erlebbar wird.

Entstanden ist ein archäologischer Parcours mit 11 Schwerpunkten. An den einzelnen Stationen werden über dreidimensionale Stelen aus Cortenstahl verschiedene Lebenssituationen in römischer Zeit dargestellt bzw. symbolhaft verkörpert. Hier und auch unterwegs erhält der Besucher visuelle und akustische Informationen.

So entstehen z.B. im Bild auf einem Display oder dem Smartphone die beiden Tore des römischen Kastells digital im heutigen Stadtbild, und es gibt neben den „üblichen“ Informationen auch spannende Geschichten aus der damaligen Zeit. Auch Filmsequenzen mit historischen Informationen und Bildern, Spezialitäten wie „Fundrätsel“ mit Bitburger Kindern, die historische Fundstücke entdecken, oder auch von Bitburgern, die Funde in ihrer Stadt erklären, gibt es zu entdecken. Dabei kann der Besucher wählen, auf welche Art die Information übermittelt wird. So können Kinder, Familien, Gruppen, behinderte Menschen oder etwa archäologisch Interessierte das auf sie angepasste didaktische Mittel wählen.

Auch kann der Besucher wählen, ob er seine Informationen auf deutsch, englisch, französisch oder niederländisch erhält.

Mit der neuen App und den virtuellen Möglichkeiten konnte vermieden werden, dass die Hinweistafeln mit Informationen überfrachtet und damit uninteressant werden.

Dabei kommt das Projekt ARGO zum Einsatz, dass antike Denkmäler virtuell mit Hilfe einer App auf Smartphones oder Tabletts wieder in ihrer einstigen Gestalt und mit ihren Funktionen zeigt.

Nachdem baulich die Hauptachse mittlerweile fertiggestellt ist, sollen die Restarbeiten noch bis zum Mai nächsten Jahres verwirklicht werden. Der Einstieg in den neuen Römischen Parcours erfolgt in unmittelbarer Nähe zur Touristinformation unterhalb des Rathauses. Durch die Interaktion des Konzepts ist ein Einstieg jedoch auch von allen anderen Stationen aus möglich.

Förderung über das LEADER-Programm

Zur Verwirklichung des neuen, archäologischen Parcours hat die Stadt Bitburg eine Förderung über das LEADER-Programm der Europäischen Union erhalten. Zusammen mit den EU-Mitteln und einer großzügigen Spende der Dr. Hanns-Simon-Stiftung kann ein Großteil der erforderlichen Aufwendungen gedeckt werden.

LEADER ist ein Förderprogramm der Europäischen Union, das die Entwicklung und Stärkung des ländlichen Raumes verfolgt.

Bürgermeister Joachim Kandels dankte im Rahmen eines Pressegespräches allen Beteiligten für die hervorragende Zusammenarbeit bei dem ehrgeizigen Projekt sowie der EU und der Dr. Hanns Simon-Stiftung für die erhaltenen Fördermittel. Er wünscht allen, die sich künftig auf die Spuren von Bitburgs großer Geschichte begeben, schon heute viel Spaß und Vergnügen auf ihrer Entdeckungstour.