Die amerikanische und die deutsche Polizei sowie Rettungskräfte aus beiden Ländern haben vor wenigen Tagen auf dem Flugfeld der US-Militärgemeinde Baumholder bei Reichenbach gemeinsam für den Ernstfall geprobt. Im Mittelpunkt der Übung stand ein Szenario, das angesichts mehrerer ähnlicher Ereignisse in der Vergangenheit leider nicht unrealistisch erscheint.
Als Einsatzlage wurde nämlich angenommen, dass während einer Veranstaltung auf dem Baumholderer US-Flugfeld ein Fahrzeug in eine Menschenmenge gerast ist und mehrere Menschen verletzt hat. Anschließend kollidierte das Fahrzeug mit einem weiteren Auto, in dem eine Person eingeklemmt wurde.
Da sich bei der fiktiven Veranstaltung bereits deutsche Polizeikräfte sowie die US-Militärpolizei, die US-Feuerwehr und Sanitäter vor Ort befanden, konnten diese sofort eingreifen. Gemeinsam überwältigten sie den Fahrer, nahmen ihn fest und sicherten die Einsatzstelle.
Anschließend verschafften sich die Einsatzkräfte einen Überblick über die Lage, übernahmen die Erstversorgung der Verletzten, aktivierten den notwendigen Alarmierungsprozess und forderten weitere Unterstützung an. Insgesamt simulierten 13 Statisten unterschiedlich schwere Verletzungen.
Wenig später trafen zusätzliche deutsche Rettungskräfte sowie die Feuerwehren aus Reichenbach und Baumholder ein. Nach einer gemeinsamen Lageeinweisung übernahmen die Einsatzkräfte ihre Aufgaben. Im Hangar wurde ein Lagezentrum eingerichtet, von dem aus der Einsatz koordiniert wurde. Die Leitung des Rettungseinsatzes übernahm der Brand- und Katastrophenschutzinspektor (BKI) des Landkreises Birkenfeld, Lukas Klein.
Während das medizinische Personal die Verletzten versorgte und den Transport in umliegende Krankenhäuser in die Wege leitete, befreiten die Feuerwehren gemeinsam mit ihren amerikanischen Kollegen die eingeklemmte Person aus dem Unfallfahrzeug.
Nach rund zwei Stunden endete die Übung mit einer gemeinsamen Nachbesprechung. Dabei zogen alle Beteiligten eine positive Bilanz. „Es war eine hervorragende Übung, um uns mit den Möglichkeiten unserer Partner vertraut zu machen“, resümierte US-Polizeichef Richard Robinson.
Auch Polizeihauptkommissar Rouven Hebel von der Polizeiinspektion (PI) Baumholder unterstrich die Bedeutung solcher gemeinsamen Übungen: „Es gibt unterschiedliche Handhabungen von Gefahrenlagen. Gerade deshalb sind solche Übungen sehr wichtig.“
Für die Rettungsdienste und die Feuerwehren war die Übung ebenfalls erfolgreich. „Unser Ziel, die Einsatzbereitschaft zu testen und gleichzeitig unsere Kommunikation zu verbessern, haben wir umfassend erreicht“, sagte Lukas Klein. Er hoffe, so der BKI weiter, dass die Zusammenarbeit mit den amerikanischen Partnern künftig weiter ausgebaut werden kann.