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Birkenfelder Anzeiger
Ausgabe 15/2022
VG Aktuell
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Großes Interesse an Modellprojekt „Nahwärmenetz Gimbweiler“

Start der Besichtigungstouren am Mehr-Generationen-Haus, wo Informationstafeln Hintergrundwissen vermitteln

Die Delegation um MdB Rößner vor dem Hackschnitzelbunker an der Heizzentrale.

Der ehemalige und der jetzige Ortsbürgermeister von Gimbweiler erklären gemeinsam die Funktionsweise des Nahwärmenetzes.

Eine internationale Delegation am Energieweg oberhalb des Ortes, im Hintergrund Solarthermie, Photovoltaik und Windkraft

Viele Jahre hat es gedauert, bis das Nahwärmenetz in Gimbweiler fertig geplant war und umgesetzt werden konnte. Der ehemalige Bürgermeister Martin Samson erinnert sich: „Das war eine aufregende und oft auch anstrengende Zeit, in der viele Hürden überwunden werden mussten. Aber es hat sich gelohnt. Wir haben eines der fortschrittlichsten Projekte in Rheinland-Pfalz entwickelt und die Menschen in Gimbweiler profitieren von unseren Investitionen… vor allem in Zeiten von steigenden Öl- und Gaspreisen.“ Das Projekt erweckt inzwischen regional, national und international großes Interesse: Im Sommer letzten Jahres informierte sich die Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner gemeinsam mit mehreren regionalen Parteikolleg*innen über das Modellprojekt. Im Herbst folgte eine Gruppe vom Umwelt-Campus Birkenfeld, zu der auch ein Bürgermeister aus Afrika gehörte. Anfang Januar 2022 sollte eine Vor-Ort-Begehung mit mehreren Ortsgemeinden aus der Verbandsgemeinde Kusel stattfinden, die am Vorbild Gimbweiler Nahwärmenetze planen und umsetzen wollen. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte der Termin nur online stattfinden. Eine neue Möglichkeit für die Vertreter*innen aus dem Nachbar-Landkreis ergab sich dann Ende März 2022, als eine Gruppe aus Polen und von der Insel Usedom das Nahwärmenetz im Rahmen eines europäischen Projektes besuchte. Diese Gelegenheit wurde dann auch von den Ortsgemeinden Henschtal, Rehweiler und Glan-Münchweiler aus der Verbandsgemeinde Oberes Glantal sowie Wiesweiler aus der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein wahrgenommen. Alle Besucher*innen waren sehr beeindruckt und inspiriert vom Modellprojekt in Gimbweiler. „Durch die Ergänzung mit Solarthermie und Photovoltaik kann die Heizzentrale fast ganzjährig autark betrieben werden“ erklärt Ortsbürgermeister Gerd Linn. „Und indem wir Hackschnitzel aus der unmittelbaren Umgebung beziehen, stärken wir zudem die regionalen Wirtschaftskreisläufe.“ Auch die Verbandsgemeinde Birkenfeld setzt einen Schwerpunkt auf Nahwärmenetze und ist bestrebt, die bestehenden Netze weiter auszubauen und neue Projekte umzusetzen.