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Birkenfelder Anzeiger
Ausgabe 20/2018
VG Aktuell
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Entsetzen und Betroffenheit

bei den Ruheständlern der Verbandsgemeinde Birkenfeld während und nach der Besichtigung

der KZ-Gedenkstätte Hinzert

Entsetzt über das, was sie bei einer Führung durch die KZ-Gedenkstätte Hinzert zu sehen und zu hören bekamen, waren die Ruheständler der Verbandsgemeinde Birkenfeld.

Ein großer Teil der Häftlinge kam aus Luxemburg, die sich der geplanten Eingliederung des Großherzogtums in das "dritte Reich" widersetzten. Andere Gefangene kamen aus Deutschland, Frankreich, Belgien, Polen und der Sowjetunion. Begrüßt wurden neue Gruppen von dem Lagerkommandanten stets mit dem gleichen Satz:" Ihr seid hier hergebracht worden zum Verrecken, und ich versichere euch, dass ihr verrecken werdet."

Die Häftlinge wurden täglich schwerster körperlicher Arbeit ausgesetzt, die im Laufschritt bewältigt werden musste. Frühstück, Mittagessen und Abendessen waren äußerst karg bemessen, das Mittagessen dauerte in der Regel nur 5 Minuten, das Abendessen hatte eine solche Bezeichnung nicht verdient und vor Einnahme des Frühstücks war "Frühsport" angeordnet. Die Unterbringung erfolgte in völlig überfüllten Baracken, die sanitären Verhältnisse waren ekelhaft und völlig unzureichend.

Jeder Tag war für die Häftlinge geprägt von Schlägen, Demütigungen und Hunger. Anwohner des Lagers hörten abends und nachts die Schmerzensschreie von Häftlingen, die, an einem Haken mit dem Kopf nach unten aufgehängt, immer wieder in einen Bottich mit kochend heißem Wasser getaucht wurden. Dies war nur eine der teuflischen Aktionen, denen die Häftlinge ausgesetzt waren. Wer auf Grund der übermenschlichen körperlichen Belastungen zusammenbrach, wurde mit einer Spritze getötet.

Die Bezeichnung "unmenschlich" ist für das, was mit den Häftlingen geschah, eigentlich untertrieben. Nach der Heimkehr war bei einer Zusammenkunft in einem Birkenfelder Lokal die Betroffenheit der Ehemaligen der Birkenfelder Verbandsgemeinde noch immer vorrangig spürbar.