Feierliche Eröffnung des neugestalteten Talweiherplatzes zusammen mit Staatssekretär Dr. Erwin Manz
Der neue Talweiherplatz in der Kreisstadt Birkenfeld ist offiziell eröffnet. Zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung und Bürgerschaft kamen am Samstag zusammen, um die Fertigstellung des Großprojekts im Herzen der Stadt gemeinsam zu feiern.
Stadtbürgermeister Hans-Peter Lampel begrüßte die Gäste und erinnerte daran, dass die ersten Schritte für das Projekt bereits unter seinem Vorgänger und heutigen Landrat Miroslaw Kowalski angestoßen wurden. Aus einem ehemals tristen und grauen Bereich sei ein moderner, attraktiver Mittelpunkt der Stadt entstanden. Besonders hob Lampel die hohe Förderquote hervor: Mehr als 80 Prozent der Kosten konnten über verschiedene Förderprogramme abgedeckt werden, sodass für die Stadt Birkenfeld ein Eigenanteil von rund einer Million Euro verbliebe. 2017 wurde die Planung ausgeschrieben, ehe 2019 das Planungsbüro Faktorgruen mit seinem Gestaltungsvorschlag den Wettbewerb gewann. Nach Verzögerungen während der Corona-Pandemie begannen 2022 die Bauarbeiten am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB). Heute halten dort mehr als 120 Busse täglich.
Auch der Staatssekretär des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität des Landes Rheinland-Pfalz, Erwin Manz, würdigte die Bedeutung des Projekts. Der in Schwollen geborene Staatssekretär, der in Birkenfeld zur Schule ging, erinnerte sich an den früheren Talweiherplatz als wenig einladenden Ort. Umso beeindruckter zeigte er sich vom heutigen Erscheinungsbild. Der Platz sei „ein Schmuckstück“ und insbesondere mit dem modernen ZOB ein wichtiger Beitrag zu einem attraktiven öffentlichen Nahverkehr. Manz betonte, dass Birkenfeld „im Zentrum eines Sterns“ liege und täglich viele Menschen in die Stadt kämen – Pendlerinnen und Pendler ebenso wie Schülerinnen und Schüler oder Touristen. Gleichzeitig appellierte er daran, den öffentlichen Nahverkehr noch stärker zu nutzen: Gerade bei Veranstaltungen wie dem Weinfest könne man bequem mit dem Bus an- und abreisen. Zudem überbrachte er die Grüße von Klimaschutzministerin Katrin Eder und hob hervor, dass der Talweiherplatz durch seine hohe Aufenthaltsqualität zu einem echten Gewinn für die Stadt geworden sei.
Landrat Miroslaw Kowalski, der während seiner Amtszeit als Stadtbürgermeister Planung und Baubeginn verantwortete, sprach ebenfalls über die Bedeutung des Ausbaus des öffentlichen Personennahverkehrs für die Region. Auch wenn der schließlich umgesetzte Entwurf des Talweiherplatzes ursprünglich nicht sein persönlicher Favorit gewesen sei, habe er die Entscheidung des Stadtrates selbstverständlich mitgetragen. Gemeinsam mit Stadtrat und der Bürgerschaft sei eine gute Lösung gefunden worden. Kowalski verwies zudem auf die Herausforderungen kommunaler Finanzen und darauf, wie viele Stunden an Beratungen in das Projekt investiert worden seien. Besonders hob er hervor, dass im Zuge der Neugestaltung mehr als 100 Bäume gepflanzt wurden. Durch Beschlüsse des Kreistags seien die Verkehre im ÖPNV verdreifacht worden – mittlerweile würden jährlich mehr als fünf Millionen Kilometer gefahren. Gleichzeitig appellierte auch er daran, die Angebote stärker zu nutzen und die Busse „mit Leben zu füllen“.
Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Birkenfeld, Matthias König, hob insbesondere die Vielseitigkeit des Projekts hervor. Der Talweiherplatz sei eine „eierlegende Wollmilchsau“, die unterschiedlichste Anforderungen erfüllen musste. „An alles musste gedacht werden: Ob Schülerschaft und allgemein ÖPNV, Festplatz zum Feiern, Aufenthaltsort mit Baumallee, barrierefreie Toiletten, Lärmschutz, Bachrenaturierung, Park-an-Ride-Angebot und vieles mehr. „Mir persönlich gefällt der Talweiherplatz unheimlich gut.“ Zugleich betonte er, wie anspruchsvoll die Planungen gewesen seien, da Kosten und Multifunktionalität gleichermaßen berücksichtigt werden mussten. König danke seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie allen Beteiligten für die geleistete Arbeit und beglückwünschte Stadtbürgermeister, Stadtrat und Bürgerschaft. Persönlich könne er sich zudem gut vorstellen, dass künftig ein Hotel in unmittelbarer Nähe entstehen könnte – derzeit sei dies allerdings noch eher eine Idee als ein konkreter Plan.
Der Platz wird nun noch mit mobilem Stadtmobiliar zur weiteren Erhöhung der Aufenthaltsqualität ausgestattet. Die Bespielbarkeit des Platzes mit unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten bietet Grundlage für Weiteres wie zum Beispiel für Märkte, Festlichkeiten oder auch Musikevents. Außerdem ist geplant, die Erlebbarkeit des begleitenden Bachlaufs noch mehr herauszuarbeiten. Hier sind insgesamt Ideen und Initiativen gefragt, die von städtischer Seite gerne aufgenommen und unterstützt würden.
Im Anschluss an die offizielle Eröffnung machten sich die Gäste gemeinsam mit der Brassband „Brass2Go“ auf einen musikalischen Rundgang durch Birkenfeld. Besichtigt wurden verschiedene Projekte, die im Rahmen des Förderprogramms „Lebendige Zentren – Aktive Stadt“ umgesetzt wurden. Dazu zählen unter anderem ein Gebäude am Weiherdamm, das heutige Café Vazzola mit Co-Working-Space in der Hauptstraße, und mehrere in der Straße „Auf dem Römer“ inklusive des ehemaligen Café Warth sowie die Bäckerei Korn. Insgesamt gab es 46 geförderte Maßnahmen, die natürlich nicht alle gezeigt werden konnten und hohe private Investitionen in die Stadt brachten: ca. 6 Mio. €. Die Wirkung und Erfolge der Städtebauförderung in Birkenfeld wurden an diesem Tag gut sichtbar. Zum Abschluss führte der Rundgang zum geplanten „Salzplatz“, wo bereits das nächste Projekt innerhalb der Städtebauförderung vorbereitet wird. Danach zog die Brassband samt Feiernden weiter zum Weinfest auf dem Kirchplatz und sorgte dort für musikalische Unterhaltung der Besucherinnen und Besucher.