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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 1/2019
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60 Jahre "Rund um Hermeskeil"

Die RuH-Redaktion im Jubiläumsjahr (v.l.): Bernd Backes, Volker König, Lena Weber, Paul Gemmel, Reinhard Bäumler, Bernd Willems, Susanne Biwer und Christian Kruchten

Mit Dankbarkeit und Optimismus in die Zukunft

Mit Beginn des Jahres 2019 besteht unsere Heimatzeitung "Rund um Hermeskeil" seit 60 Jahren. Von dem üblichen Betriebsurlaub im Verlag in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr abgesehen gab es in dieser Zeit keine Woche, in der RuH nicht erschienen wäre. Wenn der arbeitende Mensch 60 Jahre alt wird, sieht er so langsam das Ende seines Berufslebens nahen. Anders bei uns: Wir - die RuH-Redaktion, eine kleine Gruppe von sehr engagierten und hoch motivierten Freizeitjournalistinnen und -journalisten - denken noch lange nicht ans Aufhören.

Als das Hermeskeiler Volksbildungswerk seinerzeit "die undankbare Aufgabe" (so stand es wörtlich im Editorial!) auf sich nahm, ein Wochenblatt herauszugeben, tat es dies „nur deshalb, um seine kulturpolitischen Interessen zu verfolgen". So enthielten die Ausgaben in den ersten Jahren, die im Durchschnitt nicht mehr als acht, oft auch nur vier Zeitungsseiten umfassten, außer den Bekanntmachungen der Amtsverwaltung, Nachrichten vom Standesamt, kirchlichen Nachrichten und Werbung in überschaubarem Umfang darüber hinaus Artikel, in denen sich die Redakteure der ersten Stunde mit allgemeinen Themen zu Bildung und Kultur beschäftigten und die überwiegend belehrenden Charakter hatten.

Schon recht früh allerdings gehörten dazu auch Berichte aus der Kommunalpolitik, hauptsächlich Berichte aus den Sitzungen der Amtsverwaltung (Vorläuferin der Verbandsgemeinde) und des Hermeskeiler Gemeinderats. Von Anfang an mischte man sich auch ein, bezog Stellung zu kommunalpolitischen Themen, gab öffentlich Anregungen und Empfehlungen an Gemeinderäte und Bürgermeister, die des öfteren auch tatsächlich aufgegriffen wurden. Im Lauf der Zeit nahm das "Blättchen", wie RuH schon früh in der Hochwaldbevölkerung genannt wurde, immer mehr an Umfang zu, weil u.a. Vereins- und Sportnachrichten immer mehr Raum einnahmen. Dazwischen fanden sich regelmäßig Berichte unter der Überschrift "Von Woche zu Woche", die ungefähr den gleichen Inhalt hatten wie heute unsere Meldungen "Aus dem Polizeibericht". Weitere Rubriken hießen "Wussten Sie schon ..." oder "Es fiel auf ..." und die Berichterstattung aus dem Hermeskeiler Gerichtssaal war ebenfalls fester Bestandteil der Zeitung, die von Beginn an (bis 1986) nur im Abonnement bezogen werden konnte. Davon machten am Ende übrigens mehr als 3500 Hochwälder Gebrauch.

Im Jahr 1964 übernahm der eigens dafür gegründete Verein "Rund um Hermeskeil e.V." die Herausgabe der Zeitung, die damals in der Druckerei Lohmer in Hermeskeil hergestellt wurde, vom Volksbildungswerk. Stets aktuell begleitete RuH in der Folge Themen wie den Neubau von Schulen in und um Hermeskeil, die Ansiedlung der Bundeswehr Anfang der 1960er Jahre, Hermeskeils Stadtwerdung 1970, aber auch den Ausbau von Wohngebieten und Straßen sowie die gesamte wirtschaftliche Entwicklung im Hochwald. Daneben gab es regelmäßig auch heimatkundliche und kulturgeschichtliche Artikel, die von Redakteuren selbst, aber auch von Gastautoren geschrieben worden waren.

Nach einem gescheiterten Versuch, das in der ersten Hälfte der 1980er Jahre immer weiter zurückgehende Anzeigengeschäft und damit die wirtschaftliche Basis der Zeitung neu zu beleben, indem man 1986 die Druckerei wechselte, begab man sich ab 1987 unter das Dach des "Deutschen Gemeindeboten" in Merchweiler, eines starken und florierenden Verlagsunternehmens, das mehr als 100 Amtsblätter im gesamten Bundesgebiet herausgab. Seit dieser Zeit ist RuH zwar immer noch eine Abonnentenzeitung, die in mehreren hundert Exemplaren nach Deutschland und in die Welt geht. Im Gebiet der Verbandsgemeinde Hermeskeil wird sie aber kostenlos an alle Haushalte verteilt. Eskalierende Streitigkeiten mit einem Konkurrenten führten dazu, dass 1991 auf Druck des Verlags eine Redaktionsgemeinschaft aus den Vereinen "Rund um Hermeskeil" und "Verein der Freunde des Hochwaldes" gebildet wurde, die bis Ende 2018 Bestande hatte.

In dieser Zeit entwickelte sich die Zeitung, die heute in der "Linus Wittich Mediengruppe", zu der auch der "Deutsche Gemeindebote" gehört, erscheint, immer mehr zu einer "politischen" Zeitung. Denn Berichte und Kommentierungen zum kommunalpolitischen Geschehen nahmen immer mehr Raum ein und wurden zum Schwerpunkt der Berichterstattung. Zwar bezeichnet sich RuH seit langem im Untertitel als "Unabhängige Heimatzeitung"; es ist aber kein Geheimnis, dass die Besetzung der Redaktion von Anfang an bis in die 1980er Jahre "eher konservativ" eingestellt war und seinerzeit der CDU sehr nahe stand. Was im Übrigen auch einer der Auslöser für die beschriebene Konkurrenzsituation war, denn die "Freunde des Hochwaldes" rekrutierten sich so gut wie ausschließlich aus SPD-Mitgliedern. Die Zusammenarbeit in der Redaktionsgemeinschaft seit 1991 führte aber zu dem durchaus positiven Ergebnis, dass beide Seiten schon bald an einem Strang zogen, um das gemeinsame Ziel - nämlich die Herausgabe einer interessanten Wochenzeitung - zu erreichen. Differenzen gab es in dieser Phase nur ganz selten, was auch daran lag, dass es Redaktionsmitgliedern, die keiner Partei angehörten und gehören, stets gelang, für Ausgleich zu sorgen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang nun allerdings, dass uns, der Redaktion von RuH, heute aus bestimmten Kreisen hin und wieder vorgeworfen wird, wir seien "stark SPD-lastig", weil ein Teil unserer Kolleginnen und Kollegen sich in dieser Partei auch auf kommunalpolitischer Ebene engagiert, worunter angeblich die objektive Berichterstattung leidet. Das weisen wir natürlich in aller Deutlichkeit zurück, weil es einfach nicht stimmt. Ab dem 61. Erscheinungsjahr besteht die Redaktion wieder ausschließlich aus Mitgliedern des Vereins "Rund um Hermeskeil", weil die "Freunde des Hochwaldes" ihre aktive Mitarbeit schon vor längerer Zeit eingestellt haben. Zwar sind heute vier Redaktionsmitglieder in der SPD aktiv. Das ist aber einzig und allein dem Umstand geschuldet, dass sich seit vielen Jahren niemand aus den Reihen anderer politischer Gruppierungen in Hermeskeil oder im Hochwald bei uns gemeldet hat, der an einer Mitarbeit interessiert gewesen wäre.

Wir sind offen für jeden und würden es insbesondere begrüßen, wenn jüngere Frauen und Männer Interesse zeigen würden. Zwar ist mit Susanne Biwer, Lena Weber und Christian Kruchten heute auch schon die "dritte Generation" am Werk, weshalb wir mit Optimismus in die Zukunft blicken. Doch auf lange Sicht braucht es ein paar Redakteurinnen oder Redakteure mehr, damit die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt werden kann, weil sonst irgendwann die Belastung für den/die Einzelne/n zu groß wird.

Dankbar sind wir insbesondere dafür, dass wir vor nunmehr 32 Jahren in Dietmar Kaupp, dem heutigen Geschäftsführer der Linus Wittich Medien KG, der seinerzeit den Deutschen Gemeindeboten leitete, einen starken und absolut verlässlichen Partner gefunden haben, der in dieser Zeit ohne Wenn und Aber hinter uns stand und heute noch steht. Er ist es, der in all den Jahren die Unabhängigkeit der Redaktion gewährleistet und uns stets freie Hand gelassen hat. Wir wünschen uns, dass diese starke und zuverlässige Partnerschaft mit dem Wittich-Verlag noch auf lange Sicht weiter besteht. Denn das ist Voraussetzung für eine gute Berichterstattung in unserer Wochenzeitung "Rund um Hermeskeil", die Woche für Woche in alle Haushalte der Nationalparkverbandsgemeinde Hermeskeil kommt.

Was die Kommunalreform, die vielleicht im neuen Jahr von der Landesregierung nach langem Zaudern endlich konkret angegangen wird, und damit die Zukunft für uns bringen wird, steht in den Sternen. Sollte es zu einer Erweiterung der Verbandsgemeinde und damit unseres Verbreitungsgebiets durch Orte aus der vielleicht irgendwann aufgelösten VG Thalfang kommen, werden wir selbstverständlich diese Orte in unsere Arbeit einbeziehen. Das wird nicht nur für die Verwaltung, sondern auch für uns neue Herausforderungen mit sich bringen, denen wir aber mit Interesse und Optimismus entgegensehen. Vielleicht können wir das Unsere dazu beitragen, dass die Bewohner der neuen Gemeinden möglichst rasch in die Verbandsgemeinde integriert werden und sich in einer neuen VG Hochwald wohl fühlen.

Dass unsere Heimatzeitung mit der vorliegenden Ausgabe im Vergleich zu den letzten Jahren in einem leicht veränderten Layout erscheint, ist einer "vorsichtigen Modernisierung" geschuldet. Was Optik und Inhalt ansonsten betrifft, wird sich nicht viel ändern: Wir sind und bleiben da konservativ. Sie werden auf der Titelseite (und auch auf den folgenden vier Seiten) zum Beispiel auf lange Sicht nur ganz ausnahmsweise Werbung finden. Im Gegensatz zu vielen anderen Printmedien, deren Titelseite heutzutage so beliebig wie jede andere Seite aussieht, legen wir auf Seite 1 weiter Wert auf eine klare Gliederung, die in der Regel die drei wichtigsten Meldungen der Woche zum Ausdruck bringt. Im Vergleich zu manchen anderen Zeitungen ist das inzwischen eine Art Erkennungszeichen von RuH geworden und dabei soll es auch bleiben.

Wir wünschen uns weiterhin viel Freude bei unserer Arbeit und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, Freunde und MitarbeiterInnen alles Gute, Glück und Gesundheit im neuen Jahr. Mögen alle Neujahrswünsche in Erfüllung gehen.

Ihre RuH-Redaktion