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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 10/2019
2 - Hermeskeiler Stadtnotizen
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Intensive Vernetzung hospizlicher Kultur und palliativer Kompetenz

von links: Christoph Drolshagen, Marion Schronen, Anette Münster-Weber und Erich Lange

Ambulantes Hospiz Hochwald und St. Josef-Krankenhaus erhalten Stiftungspreis

Die Deutsche Hospiz- und Palliativstiftung (DHP) lobt auf Antrag seit 2001 alljährlich den DHP Stiftungspreis aus und fördert damit die inhaltliche, politische und strukturelle Weiterentwicklung und Verbreitung der Hospizkultur und Palliativversorgung. Die Darstellung der engen Zusammenarbeit auf diesem Gebiet in Hermeskeil hat die Stiftung so beeindruckt, dass sie das Projekt mit einem Preis, dotiert mit 500€, versehen hat.

Der DHP Stiftungspreis 2018 richtete sich an Palliativ-, Konsiliar-, Hospiz- und sog. Liaisondienste in Krankenhäusern selbst, aber auch an ambulante Hospizdienste und weitere kooperierende Projekte. Ein wichtiges Kriterium für die Entscheidung bezüglich der Vergabe der Preise war auch die gelebte Netzwerkarbeit, die zu einer verbesserten Versorgung auf den Stationen des Krankenhauses insgesamt führt.

Das Angebot ambulanter Hospizarbeit, so der stellvertretende DHP-Verbandsvorsitzende Erich Lange bei seiner Ansprache zur Preisverleihung am Montag vergangener Woche im Konferenzraum 1 des Krankenhauses, sei in Hermeskeil seit 2003 etabliert. Andere hätten erst nach Verabschiedung des Hospiz- und Palliativgesetzes Ende 2015 angefangen, darüber nachzudenken. Und auch heute noch sei es nicht selbstverständlich, dass der Gedanke auf allen Krankenhausstationen umgesetzt wird. In der Begründung für die Entscheidung zur Preisverleihung wurde die hospizliche Kultur und palliative Kompetenz in der Kooperation zwischen dem Ambulanten Hospiz Hochwald und dem St. Josef-Krankenhaus mit dem Ziel, in einer ländlichen Region gemeinsam hospizlich zu wachsen, besonders herausgestellt.

Keine Vernetzung zwischen Hospiz und Krankenhaus, so der Leiter der Hospize der Marienhaus GmbH Christoph Drolshagen, sei so intensiv wie in Hermeskeil. Das liege auch daran, dass die heutige Krankenhausoberin Anette Münster-Weber damals als erste ausgebildete Fachkraft aus dem Krankenhaus heraus die Hospizarbeit auf den Weg gebracht und sehr viel dafür getan hätte.

Während die Krankenhausoberin es als „beschämend“ bezeichnete, für ein selbstverständliches Engagement einen Preis zu bekommen, sah ihre Nachfolgerin in der Hospizleitung Marion Schronen die Auszeichnung mit Blick auf das Engagement aller ehrenamtlichen MitarbeiterInnen und auf die gelebten Kooperationen (Hospizverein, Senioreneinrichtungen, Pflegedienste, Hausärzte usw.) durchaus mit Stolz. Auch wenn die Fachleute vor Ort unter Leitung der Palliativmedizinerin Dr. Eva Ewers in regelmäßigen Besprechungen einen regulierten Prozess zur Kommunikation sicherstellen, sei doch letztendlich die Arbeit der zurzeit 40 Ehrenamtlichen vor Ort ausschlaggebend. Sie würden als „wertvolle Impuls- und Taktgeber für eine hospizliche Kultur“ fungieren.

Frau Maria Schmitt, die - selbst seit vielen Jahren aktiv - für die Ehrenamtlichen sprach, dankte für die Auszeichnung, die sie als „Hospizbambi“ einstufte. Sie hob die große Akzeptanz und Wertschätzung für die Hospizarbeit heraus. Die Eindrücke beim „Stehen zwischen den Welten“ seien oft schwer zu ertragen. Aber im Nachhinein betrachtet seien sie immer wohltuend, befriedigend und bereichernd gewesen. (BäR)