Gemälde von Octavie des Lasalle, eine Malerin und Freundin von Mutter Rosa, die im Schloss Dagstuhl bei Wadern gelebt hat.
Vor 200 Jahren wurde Margaretha „Mutter Rosa“ Flesch geboren – eine Frau, deren Lebenswerk die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum bis heute prägt. Auch in Hermeskeil sind ihre Spuren sichtbar: Seit 1869 sorgen die von ihr gegründeten Waldbreitbacher Franziskanerinnen und die aus ihrer Arbeit hervorgegangene Marienhaus Unternehmensgruppe dafür, dass kranke und bedürftige Menschen verlässlich versorgt werden. Der Marienhaus Campus Hermeskeil mit der Regioklinik St. Josef führt diesen Auftrag heute zeitgemäß fort – mit einem breiten, vernetzten Angebot und dem klaren Anspruch, Veränderungen im Geist von Mutter Rosa gemeinsam und zum Wohl der Menschen zu gestalten. Mutter Rosa wäre am 24. Februar 200 Jahre alt geworden – ein guter Anlass, sich ihr Wirken genauer anzuschauen.
Eine Frau, die aus dem Kleinen Großes machte
Margaretha „Mutter Rosa“ Flesch wurde am 24. Februar 1826 im heutigen Vallendar-Schönstatt geboren und wuchs in Armut, aber in tiefem Gottvertrauen auf. Früh verlor sie Mutter und Vater und übernahm Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister – ein biografischer Wendepunkt, aus dem ihr lebenslanges Engagement für Benachteiligte erwuchs. 1863 gründete sie mit Gefährtinnen die Kongregation der Waldbreitbacher Franziskanerinnen und wurde später deren erste Generaloberin. Ihr Satz „Der liebe Gott sucht sich das Kleine aus, wenn er Großes vorhat“ beschreibt sehr treffend, wie aus einem einfachen, armen Mädchen eine Wegbereiterin moderner caritativer Arbeit wurde.
Ankunft der Schwestern in Hermeskeil 1869
Für Hermeskeil ist insbesondere das Jahr 1869 von besonderer Bedeutung. Sechs Jahre nach der offiziellen Ordensgründung kamen damals die ersten Schwestern in die Hochwaldgemeinde und begannen mit der Gründung des St. Josef Krankenhauses. Von Beginn an verbanden sie stationäre Versorgung, ambulante Krankenpflege und eine Handarbeits- und Kinderbewahrschule – also Gesundheit, Bildung und soziale Fürsorge unter einem Dach. Unterstützt vom damaligen Pfarrer Johann Blum entwickelte sich so ein frühes Zentrum der Versorgung für Kranke, Alte und Kinder in einer ländlich geprägten Region.
Vom Klosterhospital zum Marienhaus Campus Hermeskeil
Was damals mit wenigen Schwestern begann, ist heute ein moderner Gesundheitscampus mit Vorreiterrolle für die ländliche Versorgung. Der Marienhaus Campus Hermeskeil mit der Regioklinik St. Josef steht mit seinem Namen und seinem spartenübergreifenden Angebot für das, was die Pionierinnen einst begonnen haben: eine wohnortnahe, bedarfsorientierte und nachhaltige Gesundheitsversorgung. Akutklinik, Notfallversorgung, Medizinisches Versorgungszentrum, psychiatrische Tagesklinik, geriatrische Rehabilitation und ambulante OP-Angebote greifen heute ineinander, um Menschen in allen Lebenslagen gerecht zu werden. Damit knüpft der Campus bewusst an die Tradition an, die Mutter Rosa und ihre Schwestern mit ihrem Blick auf die Nöte der Menschen und die Würde jedes Einzelnen gelegt haben.
Transformation im Geist von Mutter Rosa
Der heute viel verwendete Begriff der Transformation beschreibt auch den Weg der Ordensgemeinschaft und der aus ihr hervorgegangenen Marienhaus Unternehmensgruppe. Aus einer kleinen Gemeinschaft von Frauen, die unentgeltlich Kranke und Arme pflegten, ist ein großes, professionelles Sozial- und Gesundheitsunternehmen geworden – ohne den Kern ihrer Werte aufzugeben. Die Umstrukturierung zum Marienhaus Campus Hermeskeil Regioklinik St. Josef im Jahr 2025 ist Ausdruck dieses Wandels: neue Strukturen, neue Angebote, aber weiterhin der Auftrag, nah bei den Menschen im ländlichen Raum zu sein. Achtung der Menschenwürde, ein besonderer Blick für Bedürftige, Wertschätzung und Achtsamkeit gegenüber der Schöpfung sind dabei Leitlinien, die direkt an Mutter Rosa anknüpfen.
Auftrag für die Gegenwart in Hermeskeil
Für die heutige kaufmännische Direktorin des Marienhaus Campus Hermeskeil, Alexandra Gebel, ist die Orientierung an Mutter Rosa Maßstab und Motivation zugleich. Sie beschreibt ihren Auftrag so, dass es darum geht, mit Herz und Mut für Menschen da zu sein und bereit zu sein, neue Wege zu gehen. Veränderung gelingt aus ihrer Sicht nur gemeinsam – innerhalb der Einrichtung ebenso wie in der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit allen an der medizinischen Versorgung beteiligten Institutionen. Gerade im strukturschwachen ländlichen Raum ist dieses Miteinander entscheidend, um auch künftigen Generationen eine verlässliche, qualitativ hochwertige Versorgung zu sichern – ganz im Sinne der Frau, die vor 200 Jahren in einem kleinen Dorf geboren wurde und deren Geburtstag in diesen Tagen in Waldbreitbach und allen Wirkungsstätten gefeiert wird. (LeWe)