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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 11/2026
2 - Hermeskeiler Stadtnotizen
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Ein Stück Weltgeschichte am „Hunnenring“?

Wie lebten unsere keltischen Vorfahren im Hochwald? Archäologe Dr. Thomas Fritsch erforscht seit 25 Jahren den keltischen Ringwall bei Otzenhausen.

Dr. Thomas Fritsch gab Einblicke in das Leben unserer keltischen Vorfahren

Es war ein sehr kurzweiliger und hochinteressanter Abend im Kulturkloster, wo am vergangenen Donnerstag der Archäologe Dr. Thomas Fritsch rund 30 interessierte Besucherinnen und Besucher in die Welt unserer keltischen Vorfahren vor 2000 Jahren entführte. Begrüßt von Lena Weber, Mitglied im Leitungsteam des Begegnungsvereins, las der Autor Passagen aus seinem historischen Roman „Der Herr vom Ringwall“.

Parallel dazu präsentierte er Erkenntnisse und Ergebnisse seiner mittlerweile mehr als 25-jährigen Forschung an der von dem keltischen Stamm der Treverer zu dieser Zeit unter dem Fürsten Indutiomarus besiedelten Burg auf dem Dollberg bei Otzenhausen.

Die fiktive Geschichte des Romans spielt im Jahr 54 v.Chr., als die Eroberung des Treverergebiets, das sich vom Moselland über Hunsrück und Eifel bis an den Rhein erstreckt, durch Cäsars römische Legionen unmittelbar bevorsteht. Sie nimmt die Leser mit der jungen Pettia vom Stamm der Mediomatriker - das waren westliche Nachbarn der Treverer - in die Region des Hochwalds mit, wie er sich seinerzeit präsentierte. Das Mädchen ist mit ihrem Vater hierher gereist, um Handel zu treiben. Durch Vectimarus, einem Trevererjungen in ihrem Alter, lernt sie das Leben unserer Vorfahren kennen: von Landwirtschaft, der Arbeit in zahlreichen Erzgruben über die Verhüttung des Eisenerzes bis zur Verehrung der Götter im Tempelbezirk, um nur einige Aspekte zu nennen. Der Leser erhält umfassende Informationen darüber, wie sich das Leben im Alltag vor alter Zeit abgespielt hat. Dabei handelt es sich keineswegs um Spekulationen, sondern um Erkenntnisse, die sich bei der Erforschung des Ringwalls erschlossen haben, was der Referent anschaulich mit Fotos zahlreicher Fundstücke belegte. Die Dimensionen dieser Keltenburg müssen gewaltig gewesen sein. Dr. Fritsch schätzt die Höhe der Mauern auf ca. 18 Meter.

Ob sich hier im Hochwald, wie Dr. Fritsch fragte, „ein Stück Weltgeschichte“ abgespielt hat? Das weiß man nicht genau, aber möglich - vielleicht sogar wahrscheinlich - ist es. Denn Cäsars Bericht vom Gallischen Krieg enthält eine Schilderung von Kampfhandlungen im Land der Treverer mit Beteiligung des Indutiomarus, die bestens auf die Situation am Tal der Prims zwischen Hermeskeil und Züsch passt. Spätestens, seit man alle Details über das Römerlager aus genau dieser Zeit bei Hermeskeil kennt, erschließt sich das: Tägliche Provokationen und Beleidigungen vor den Toren eines auf einer steilen Anhöhe gelegenen befestigten Lagers des römischen Feldherrn Labienus durch keltische Krieger unter Indutiomarus endeten damit, dass Letzterer von römischen Legionären getötet wurde, wonach etwas mehr Ruhe in Gallien einkehrte (nachzulesen auf der Internetseite www.terrex.online/die-keltischen-treverer).

Im Anschluss an den Vortrag nahmen noch zahlreiche Besucher die Gelegenheit wahr, mit dem Autor und untereinander ins Gespräch zu kommen. Musikalisch passend und ansprechend umrahmt wurde die Veranstaltung im Kulturkloster durch das Duo „Your Song“ (Sandra Serwene-Hackmann, Gesang, und Stefan Schleimer, Piano). (WIL-)

Termin vormerken: Die nächste kulturelle Veranstaltung findet am 28. März im Kulturkloster statt. Dann wird um 19.30 Uhr in der Klosterkirche die saarländische Irish Folk-Band „Caracách“ auftreten.