Käthi Buttermilch stellt die maskierten Eindringlinge
Pater Allonsius im Dialog mit Arthur und wilhelma Hintersturz
Nach zwei Jahren Wartezeit war es endlich wieder so weit. Am vergangenen Samstag wurde dem Publikum von der Theatergruppe der Hermeskeiler Kolpingfamilie die Premiere eines Schwanks in drei Akten von Beate Irmisch präsentiert. Die etwa 250 Zuschauer im vollbesetzten großen Saal des Johanneshauses mussten ihr Kommen nicht bereuen. Die Handlung spielte sich in Hermeskeil ab. Demzufolge wurde die Aufführung, mit einer Ausnahme, in Hermeskeiler Mundart dargeboten.
Zu Beginn der Aufführung begrüßte Klaus Weber vom Vorstand der Kolping-Familie im vollbesetzten großen Saal des Johanneshauses die etwa 250 Zuschauer. Sein Dank ging an alle Helfer sowie die Sponsoren. Er betonte, dass der Erlös der Aufführungen einem sozialen Zweck zugute kommen sollen.
In weit über 100 Übungsstunden, unter der Leitung von Regisseur Paul Gemmel, hat man im Oktober vergangenen Jahres mit den Proben begonnen. Nicht nur Kerstin und Berthold Grenz wie auch Harry Salm sind seit 40 Jahren dabei, sondern auch zahlreiche andere Mitglieder des Ensembles, die schon bei mehreren Aufführungen dabei waren, sorgen für die Erhaltung von Kontinuität und Routine in der Gruppe. Erstmals dabei war Wolf Schneider aus Simmern, der als Pater Allonsius als einziger in der hochdeutschen Sprache agierte.
Die Handlung
Fini (Thea Becker) und Käthi Buttermilch (Kerstin Grenz) betreiben in Hermeskeil einen kleinen Lebensmittelladen. Ihr kürzlich verstorbener Bruder Ernst hat noch kurz vor seinem Tod das gemeinsame Elternhaus an den raffgierigen Großhändler Arthur Hintersturz (Christian Heinz) und den schmierigen und korrupten Bürgermeister Herbert Schultes, dargestellt von Berthold Grenz, beim Kartenspielen verloren. Die beiden kommen schnell zur Sache und lassen das Haus abreißen. Ihnen geht es aber weniger um das Grundstück, sondern um eine angebliche wertvolle Heilquelle, die sich hinter dem Haus auf der Labachwiese befinden soll.
Diese Entwicklung wird nicht nur von den beiden Schwestern, sondern auch von dem Dorfgeistlichen Pater Allonsius bedauert. Ihm wurde von Ernst das Hausgrundstück versprochen, um dort einen Kindergarten zu bauen. Vom Bistum hat der Pater einen Zuschuss von 20.000 Euro bekommen. Jetzt macht der Bischoff Druck und will innerhalb von sechs Monaten Resultate sehen.
Die beiden Schwestern bezeichnen ihren Bruder als gutmütigen alten Esel, der mehr Flausen als Grips im Kopf gehabt habe. Man müsse auch mal über die Hermeskeiler Mafia reden, so die beiden Schwestern. Sie meinen damit den Bürgermeister und den Unternehmer Arthur Hintersturz. Mit dem Bürgermeister, so Fini Buttermilch habe man den Bock zum Gärtner gemacht und der rabiate Unternehmer Arthur Hintersturz sei aufs Geld so scharf wie ein Trüffelschwein auf die Pilze. Mit von der Partie ist auch die Ehefrau von Hintersturz, gespielt von Luisa Maurer, die einer etwas mondänen Lebensweise frönt. Über ihren Ehemann meint sie: „Wie er sein Geld verdient geht mich nix an, dafür weiß er nicht wie ich es ausgebe“.
Und dann ist da noch die Stadtratsche Bascha Schnodder (Barbara Gadziala) dabei, die öfters im Laden auftaucht, mit Neuigkeiten aufwarten kann und es mit dem Bezahlen der bezogenen Waren nicht so genau nimmt. Haufig mit in die Gespräche einbezogen werden auch Gottfrieda Schlotterbüx (Ulla Forster), die Pfarrhaushälterin, sowie die Ehefrau vom Briefträger, dargestellt von Annemarie Rausch.
In einem Einschreiben von einem Trierer Notar, das vom neugierigen Briefträger Otto Possen überbracht wird, erfahren die Schwestern, dass sie die Besitzer der Labachwiese sind, einschließlich des Schuppens der um die angebliche Heilquelle gebaut ist. Der Bürgermeister will vom Briefträger etwas über den Inhalt des Einschreibens erfahren. Er ködert ihn mit dem Versprechen seinen Einfluss geltend zu machen, die seiner Karriere als Postbeamter förderlich ist.
Im zweiten Akt kommt dann Eberhard Tuttel (Harry Salm) ins Spiel, der bei Arthur Hintersturz angestellt ist, aber den Schwestern und dem Pater zur Seite steht. In einer Nacht- und Nebelaktion wollen Arthur Hintersturz und Herbert Schultes jetzt wissen, was es mit der Quelle tatsächlich auf sich hat. Dabei kommen ihnen nicht nur der Postbote, sondern auch die beiden Schwestern in die Quere.
Damit auch für die Besucher der dritten Aufführung am Samstag, dem 21. März die Spannung erhalten wird, bleibt das Ende der Geschichte im Dunklen. Für die sehr leidenschaftliche und authentische Präsentation der dreistündigen Aufführung gab es für alle Schauspieler und Regisseur Paul Gemmel frenetischen Beifall. Aber schon während der Aufführung lösten viele Dialoge wahre Lachsalven aus und sorgten immer wieder für tosenden Zwischenapplaus. (Kö)
Mitwirkende
Fini Buttermilch Thea Becker
Käthi Buttermilch Kerstin Grenz
Eberhard Tuttel Harry Salm
Pater Alllonsius Wolf Schneider
Gottfriede Schlotterbüx, Pfarrhaushälterin Ulla Forster
Otto Possen, Briefträger Hans-Georg Forster
Christel Possen, seine Frau Annemarie Rausch
Arthur Hintersturz Christian Heinz
Wilhelma Hintersturz, seine Frau Luisa Maurer
Herbert Schultes Berthold Grenz
Bascha Schnodder, Tratsche Barbara Gadziala
Regie Paul Gemmel
Maske Pia Breit, Esther Weiler
Souffleuse Regina Molitor
Tontechnik Gerhard Kügelgen
Bühnenbild Arno Winter
Lichttechnik Alexander Schmidt