Vorschlag für Jahresunternehmervertrag Friedhöfe abgelehnt
Zur Gemeinderatssitzung am vergangenen Mittwoch konnte Ortsbürgermeister Harald Schmitt neben den Gemeinderatsmitgliedern ca. 20 Bürger im Bürgerhaus begrüßen. Schwerpunkt der Sitzung waren die Präsentation über den Bau einer Photovoltaik-Anlage in Beuren und die Beschlüsse über Jahresunternehmerverträge Friedhöfe und die Sinkkastenreinigung.
Bei den Informationen konnte Ortsbürgermeister Harald Schmitt darüber berichten, dass der Glasfaserausbau in Beuren und Prosterath, außer einer Wohneinheit, weitestgehend abgeschlossen ist. Eine unendliche Geschichte: Die Container für Nasszellen und Toilettenanlage für den Campingplatz am Weiher (Fischerhütte) sind immer noch nicht an ihrem Standort angekommen. Das Bauamt Der VG rechnet für dieses Projekt mittlerweile mit Gesamtkosten in Höhe von mindestens 81.000. Euro. Die notwendige Sanierung der Fischerhütte ist inzwischen abgeschlossen. Es wurde eine neue Küche und Heizung eingebaut, die Kosten hierfür werden auf rund 49.000 Euro beziffert.
Jahresunternehmervertrag Friedhöfe und Sinkkastenreinigung
Der vorhandene Jahresunternehmervertrag für die Unterhaltung der Friedhöfe mit der Firma Annen aus Gutweiler lief am 31.12.2025 vertragsgemäß aus. Der neue Jahresunternehmervertrag wurde für zwei Jahre ausgeschrieben. Die Firma Annen aus Gutweiler hat das wirtschaftlichste Angebot für die ausgeschriebenen Leistungen des Rahmenvertrages abgegeben. Der Beschlussvorschlag dem Jahresunternehmervertrag als Rahmenvertrag zuzustimmen wurde (5 dagegen, 5 dafür, eine Enthaltung) abgelehnt. Anders lief die Abstimmung über den Jahresunternehmervertrag der Sinkkastenreinigung. Hier wurde die Firma Augustin aus Meppen als einziger Anbieter und somit günstigster von der Verwaltung ausgewählt, der Rat stimmte einstimmig zu.
Großprojekt für Photovoltaik nimmt Formen an
Der Bau einer Photovoltaik-Freiflächenanlage mit bis zu 25 Hektar Gesamtfläche könnte die Kommune langfristig finanziell stärken und auch einen erheblichen Beitrag zur Energiewende leisten. Das geht aus einer aktuellen Präsentation des Projektverantwortlichen Johannes Köhl vom Projektentwickler Schoenergie aus Föhren hervor, die bei der Gemeinderatssitzung vorgestellt wurde. Im Idealfall könnte Ende 2029, Anfang 2030, die Anlage in Betrieb gehen. Je nachdem wie die Kooperation und Lösung zwischen Gemeinde und den Landwirten aussieht, könnte der Beurener Haushalt mit 60.000 – 90.000 € an jährlichen Einnahmen rechnen. Gefragt sind nun die Landwirte und der Gemeinderat vor Ort, die sich einigen müssen, so der Appell von Köhl.
Zwei große Areale im Fokus
Für die Anlage wurden zunächst verschiedene Flächen im Süden und Osten der Gemeinde identifiziert. Die Gebiete „Rosenheck", „Hinter der Laienkaul" und „Auf dem Knoch" bilden den Schwerpunkt im Süden, während „Auf der Schlich", „Kollertal" und „In der Reiheck" die östlichen Potenzialflächen darstellen. Zusammen ergeben sie eine Bruttofläche von rund 37 Hektar, von denen spätere Gutachten die tatsächlich nutzbaren Areale bestimmen werden. Der Projektentwickler geht von ca. 25 ha aus, die erfahrungsgemäß realistisch umzusetzen sind. Ein Nadelöhr könnte noch der Netzanschluss sein. Die Anfrage an den Netzbetreiber Westnetz wurde gestellt, hier erwartet man bis spätestens Mitte des Jahres eine Rückmeldung.
Finanzielle Chancen für die Gemeinde
Die Gemeinde könnte erheblich profitieren: Neben der gesetzlichen Kommunalabgabe nach EEG und Einnahmen aus der Gewerbesteuer winken Pachteinnahmen für gemeindeeigene Grundstücke sowie Einmalzahlungen für Kabelverlegung und Zuwegungen. Bei einer angenommenen Nutzfläche von 25 Hektar beziffern die Planer die jährlich möglichen Einnahmen auf konservativ rund 63.500 Euro – mit zusätzlichem Potenzial, sollten weitere Flächen einbezogen werden.
Herausforderungen bei Erbschaft
Doch das Projekt hat Hindernisse. Ein zentraler Punkt: landwirtschaftliche Flächen, die unter einer PV-Anlage liegen, zählen im Erbschaftsfall steuerlich nicht mehr als Landwirtschaftsflächen. Köhl zeigt an einem Rechenbeispiel, das die Sorgen der Landwirte durchaus nachvollziehbar sind. Gleichzeitig werden aber auch Lösungen präsentiert. Hierzu zählt die Option, sich als Landwirtschaftlicher Betrieb an der Betreibergesellschaft zu beteiligen. Diese Lösung ist gängige Praxis und wird von Steuerberatern und Juristen empfohlen. Eine Garantie dass mit diesem Modell das finanzielle Risiko für den Erben oder Hofnachfolger vollständig wegfällt, gibt aber niemand. Diese Thematik ist laut Köhl das zentrale Hindernis, warum das Projekt aktuell stockt.
Die Lösung
Doch er hat möglicherweise eine Lösung, welche die Bedenken der Landwirte ausräumt und gleichzeitig die Gemeindeeinnahmen erhöht. Denn auch wenn Beuren monetär eher arm ist, ist es reich an eigenen landwirtschaftliche nutzbaren Flächen. Laut Pachtverzeichnis der VG besitzt die Gemeinde Beuren über 40 ha davon. Der Vorschlag: Die landwirtschaftlichen Betriebe tauschen mit der Gemeinde entsprechende Ländereien. Die für das Projekt benötigten und noch fehlenden 15 ha im Potenzialgebiet, könnten so den Eigentümer wechseln. Die Agrarbetriebe werden dann weiterhin Ihrer gewünschten Berufung folgen und Ackerbau betreiben, während die Gemeinde einen höheren Anteil an Pachteinnahmen generiert. (Kö)