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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 14/2026
3 - Aus den Hochwaldgemeinden
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Reinsfeld untersucht ein Nahwärmenetz für den Ort

Energie- und Klimaschutzagentur RLP informiert vor Ort

Die Ergebnisvorstellung der kommunalen Wärmeplanung haben den Gemeinderat Reinsfelddazu bewegt, die Errichtung eines Nahwärmenetzes in der Gemeinde genauer untersuchen zu wollen. Entsprechend wurde eine kostenlose Vorprüfung durch die Energie- und Klimaschutzagentur zur Verifizierung und Vertiefung der bisherigen Informationslage in Auftrag gegeben.

Am Donnerstag, den 19. März 2026 hatte die Ortsgemeinde diesbezüglich zu einer ersten Bürgerinformation in die Kulturhalle eingeladen. Dieser Einladung folgten etwa 80 Besucher, welche mit zahlreichen Informationen rund um das Thema zentrale Wärmebereitstellung versorgt wurden. Der erste Beigeordnete der Ortsgemeinde Reinsfeld, Michael Müller begrüßte gemeinsam mit dem Klimaschutzmanager der VG Hermeskeil die Anwesenden sowie die beiden Referenten der Energie- und Klimaschutzagentur, Stefan Beyer und Friedrich Beck. Herr Beyer erläuterte, dass zunächst die Rahmenbedingungen genauer untersucht, Fragen geklärt und das Interesse der Gebäudeeigentümer abgefragt werden muss, um eine konkrete Netzidee für die Ortsgemeinde zu entwickeln. Daneben wies er darauf hin, dass mit einem Nahwärmenetz die regionale Wertschöpfung vor Ort gestärkt und gleichzeitigaktiver Klimaschutz betrieben werden kann. Anschließend stellte Herr Beck vor, dass in Reinsfeld zurzeit etwa 85 % aller Gebäude noch mit fossilen Energien beheizt werden. Der fossile Wärmebedarf der gesamten Gemeinde entspricht dabei jährlich rund 3 Mio. Liter Heizöl. Infolge dessen wandern jedes Jahr mehrere Millionen Euro aus der Region und zum Teil sogar außerhalb Europas zur Finanzierung des erforderlichen Energieimports ab. Ein Ziel des Nahwärmenetzes ist es daher mit eigenen Potenzialen die Energie vor Ort zu produzieren und folglich die Wertschöpfung vor Ort zu halten. In Reinsfeld erscheint aufgrund der Nähe zu lokalen Biogasanlagen sowie dem Wald als Rohstoffquelle die Errichtung eines warmen Netzes sinnvoll. Dabei könnte innerhalb eines Heizkraftwerks das Wasser erhitzt werden und durch isolierte Rohre in die Häuser gelangen. In den angeschlossenen Gebäuden muss zur Wärmeübertragung lediglich eine Übergabestation installiert werden, welche die alte Heizungsanlage ersetzt. Notwendige Installationskosten werden, so Beck bis zu 70 % gefördert. Im Anschluss an die Vorträge der beiden Referenten konnten Fragen gestellt werden. Etwa wurde gefragt wie der Zeitablauf sei oder mit welchen Kosten bei dem Anschluss an ein solches Netz zu rechnen ist. Nicht alle Fragen, so Stefan Beyer, können aktuell beantworten werden. Erst wenn mittels der Vorprüfung genauere Erkenntnisse gewonnen sind, können Zahlen zu den Kosten genannt werden. Dazu wird die ungefähre Anzahl der Anschlussinteressenten ermittelt, um ein mögliches Trassennetz zu skizzieren.Daher möchte die Ortsgemeinde in einem nächsten Schritt nun einen Fragebogen an alle Gebäudeeigentümer versenden, um die generelle Interessenslage im Ort einschätzen zu können.