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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 15/2019
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Appell: Von diesem Bauvorhaben Abstand nehmen

Frühling im Hermeskeiler Klostergarten

Förderverein Klösterchen nimmt zum Seniorenwohnpark im Klostergarten Stellung

Der Förderverein Klösterchen Hermeskeil hat am 10. März eine Mitgliederversammlung abgehalten, in der über die Position des Vereins zu dem von einem privaten Investor geplanten Altenheim im Park des Franziskanerinnenklosters diskutiert wurde. Hier finden Sie die Stellungnahme des Vereins im Wortlaut.

„Der Förderverein wurde im Juni 2016 zu folgendem Zweck gegründet: ‘Im Wissen um die Bedeutung des Klösterchens Hermeskeil als geistliches Zentrum im franziskanischen Geist für Hermeskeil und weit darüber hinaus, in der Erkenntnis, den Wert des Klosters mit seiner Kirche, dem Klostergebäude und der Gartenanlage zu sichern und zu erhalten, gründen in der Zielsetzung der nachhaltigen Förderung dieser Einrichtung Menschen den ‘Förderverein Klösterchen Hermeskeil’ (Präambel).

Das Gesamtensemble (Kirche, Garten, Park) steht unter Denkmalschutz (vgl. Verzeichnis der Kulturdenkmäler, Kreis Trier-Saarburg, 27. Juli 2016, S. 15). Es ist ein einzigartiges Kulturgut und in unser schnelllebigen Zeit ein Ort der Ruhe und Besinnung, an dem viele Menschen Kraft für den heute schwer zu bewältigenden Alltag schöpfen. Diese Ruhe und Spiritualität wird durch den Bau dieses überdimensionierten Projektes empfindlich gestört und letztendlich zerstört.

Die Anlieger und die Mitglieder der Klostergemeinde haben über Jahrzehnte das Franziskanerkloster ehrenamtlich unterstützt. Sowohl finanziell als auch mit erbrachten Arbeitsleistungen haben sie dazu beigetragen, dass die Kirche, das Klostergebäude und der Garten in sehr gutem Zustand sind. Zur Wahrung des sozialen Friedens muss auch auf die von dieser Seite geäußerten Bedenken Rücksicht genommen werden.

Die Mitglieder des Fördervereins appellieren daher an den Franziskanerorden, nicht das Streben nach Gewinn in den Vordergrund zu stellen. Seit dem Weggang der Brüder ist durch das Engagement vieler Ehrenamtlicher und der weiteren Unterstützung durch den Franziskanerorden der Einzug der Schwestern der Kommunität St. Clara ermöglicht worden. Das zunehmend aufblühende geistliche Leben ist zum Anziehungspunkt für viele Menschen geworden, die sich schon immer oder auch neu im Kloster beheimatet fühlen. Gegenüber dem allgemeinen Trend in der katholischen Kirche strömen die Menschen in den Gottesdienst am Sonntagabend und nehmen die spirituellen Angebote im Kloster dankbar an, da sie hier authentische Antworten auf ihre Suche nach Orientierung und gelebtem Glauben finden. Die Konsequenz der geplanten Bebauung wäre das Ende des Konzepts eines Mitlebeklosters.

Die Mitgliederversammlung hat daher einstimmig beschlossen, einen eindringlichen Appell an die Entscheidungsträger zu richten, dass von diesem Bauprojekt Abstand genommen wird.

Wir sind uns bewusst, dass der Franziskanerorden als Eigentümer des Grundstücks und die Stadt im Rahmen des Bebauungsrechts die Entscheidungsbefugnis haben. Wir bitten die Ratsmitglieder zu prüfen, ob das Investitionsvorhaben das Wohl der Stadt und seiner Bürger, insbesondere der Anwohner, fördert und zeitnah zu einer Entscheidung zu kommen.

Der Förderverein bietet allen Beteiligten seine konstruktive Mitarbeit an, um eine für alle verträgliche Lösung zu finden.“