Titel Logo
Rund um Hermeskeil
Ausgabe 15/2019
1 - Titelseite
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe
-

Von "Autoverkehr in der Fußgängerzone" bis "Verlegung des Stadtparks"

Dass "Werbung wirkt", ist kein Geheimnis. 70 Bürgerinnen und Bürger kamen zum ersten Workshop. Auch der Tisch im Vordergrund war am Ende voll besetzt.

Auf farbigen Zetteln wurden fleißig Ideen und Vorschläge zusammengetragen.

Reinhard Bäumler (Höfchen) präsentierte anschaulich die Ideen seiner Tischgruppe vor Svenja Nothof und Julia Kaiser vom Büro "Stadtgespräch".

Viele Ideen und Vorschläge kamen beim ersten Bürgerworkshop zum Stadtumbau zusammen

Wie es beim Einstieg zum Stadtumbau hätte aussehen können, wenn dafür nur richtig Werbung seitens der Stadt gemacht worden wäre, belegte die Situation beim ersten Workshop im großen Saal des Johanneshauses am Dienstag der vorigen Woche eindrucksvoll: 70 Bürgerinnen und Bürger, also doppelt so viele wie bei der Auftaktveranstaltung, wollten ihre Vorschläge und Ideen zum Thema „Bauen, Wohnen und Leben“ in der Hermeskeiler Innenstadt einbringen. Dabei waren so gut wie alle Generationen vertreten.

Nach einer kurzen Einführung durch Planerin Julia Kaiser vom Büro „Stadtgespräch“ (Kaiserslautern) fanden sich Frauen und Männer an insgesamt acht Tischen zusammen, um in Gruppen ihre Vorstellungen von einem besseren Umfeld in Hermeskeil zu beratschlagen und zu Papier zu bringen. Zuvor waren an einer Tafel die - unbestreitbar vorhandenen - Stärken der Stadt, aber auch ihre - nicht hinweg zu diskutierenden - Schwächen gesammelt worden. Wie sich bei der anschließenden Präsentation herausstellte, hatten sich alle schwerpunktmäßig mit dem Donatusplatz, der Fußgängerzone und dem Neuen Markt beschäftigt.

Für die Fußgängerzone geht die Bandbreite der Ideen sehr weit auseinander: Während von mehreren Gruppen übereinstimmend vorgeschlagen wurde, diesen Bereich zum Beispiel durch Windschutzwände, abwechselnd links und rechts aufgestellt, überdachte Sitzmöglichkeiten (mit waagerecht stehenden Bänken!) und mit Hilfe von Farben und viel Pflanzenschmuck attraktiver für den Aufenthalt von Menschen zu gestalten, wäre für andere das genaue Gegenteil denkbar: eine Freigabe der Fußgängerzone für den Autoverkehr, jedenfalls teilweise. Leer stehende Geschäfte in der Fußgängerzone könne man beispielsweise für Ausstellungen durch regionale Künstler nutzen, war ebenfalls ein Vorschlag. Auch einige Schandflecken in der Innenstadt kamen zur Sprache wie das ehemalige Café Meier-München unmittelbar am Rathaus oder eine Bauruine in der Züscher Straße. Die Planerin wies hierzu darauf hin, dass im künftigen Sanierungsgebiet Maßnahmen nur auf freiwilliger Basis vorgesehen seien; einen Sanierungszwang werde es nicht geben.

Am Donatusplatz sähen es viele Bürger gerne, wenn mindestens der Fußgängerbereich mehr vom Fahrzeugverkehr abgegrenzt wäre. Bis hin zu einer vollständigen Verlagerung des Busverkehrs und einer Verlegung der St. Josef-Straße reichten die Ideen. Einer der Vortragenden erinnerte an das - lange verklungene - Glockenspiel am Donatusplatz, das reaktiviert werden solle. Hier zeigte sich selbst Planerin Kaiser überrascht: "Wo ist denn das?“, wollte sie wissen. Auch die Baulücke gegenüber dem Donatusplatz sähe man gerne geschlossen, so der Vorschlag einer Gruppe. Weitere Ideen waren die Auferweckung des versteckten und ungenutzten Platzes zwischen dem früheren Chinarestaurant und dem Abgang zum Parkhaus sowie der Bau eines Parkdecks auf dem Norma-Parkplatz und die Begrünung der dort vorhandenen unschönen „Klagemauer“.

Auch zur Umgestaltung des Neuen Markts kamen einige Vorschläge, wobei man sich aber darüber im Klaren war, dass man diesen als Park- und Festplatz erhalten und Rücksicht auf die Bedürfnisse von Schaustellern nehmen müsse. Ungewöhnlich war die Idee, St. Fargeau-Park zum Stadtpark umzufunktionieren und den alten Stadtpark - auch im Hinblick auf die unmittelbare Nähe zum Altenheim und zur „Residenz am Park“ - als Standort für Senioreneinrichtungen zu nutzen.

Allgemein wurden mehr Barrierefreiheit in der Innenstadt, eine bessere Beschilderung mit Informationen über öffentliche Einrichtungen und Museen in der Stadt (aktuell sind z.B. auf der Infotafel an der Trierer Straße gegenüber vom Rathaus noch die längst nicht mehr vorhandene Haupt- und Realschule im Schulzentrum zu finden) angeregt. Vorstellbar wäre für viele Bürger auch die Regelung von besonderen Zuständigkeiten wie Patenschaften und „Kümmerer“ für einzelne Bereiche.

Der zweite Workshop zum Thema „Infrastruktur, Versorgung & Verkehr“ hat bei Erscheinen dieser RuH-Ausgabe ebenfalls bereits stattgefunden. Darüber werden wir nächste Woche berichten. Der dritte und letzte Workshop beschäftigt sich am kommenden Dienstag, den 16. April, mit dem Thema „Kultur, Freizeit & Tourismus“. Die Ergebnisse werden am 9. Mai präsentiert. (WIL-)