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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 15/2019
3 - Aus den Hochwaldgemeinden
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Anspruchsvolles Kontrastprogramm mit Bravour gemeistert

Viel Tempo gab es vor allem im zweiten Teil des Konzerts beim Musikverein Rascheid (rechts unten im Bild Gastmusiker Matthias Webel).

Musikverein Rascheid begeisterte sein Publikum mit Klassik und Rock

Im voll besetzten Saal des Beurener Bürgerhauses spielte der Musikverein Rascheid am Samstag zu seinem Jahreskonzert auf und hinterließ mit einer hervorragenden Leistung ein restlos begeistertes Publikum. Arrangements aus bekannten klassischen Melodien und fetzige Rockballaden bildeten die beiden Teile des anspruchsvollen Programms. Und mit zwei von drei Zugaben bewies das Orchester unter der Leitung von Markus Schmitt am Ende, dass es auch „Unterhaltung kann“.

„Bis zu 200 Jahre liegen die musikalischen Karrieren der Kapellmeister zurück“, erklärte der Vorsitzende Frank Ludwig, der zu Beginn die vielen Gäste begrüßte. Die Moderation zwischen den Stücken übernahm Eva Metzger. Der sehr anspruchsvolle klassische Teil des Konzerts begann mit einer Variation auf Beethovens „An die Freude, ein sehr interessantes Arrangement „mit Pauken und Trompeten“, in dem immer wieder die Leitmelodie auftaucht, gefolgt von einer „Fantasy“ mit Melodien aus Bizets weltberühmter Oper „Carmen“, deren harmonische Interpretation dem Publikum schon die ersten „Bravo“-Rufe entlockte. Mit „Pomp and Circumstance No. 1“, einem Arrangement von Henk van Lijnschooten auf das weltbekannte „Land of Hope and Glory“ des Briten Edward Elgar, ging es weiter. Auch hier ein starker Kontrast von Dissonanz in Einleitung, Zwischenspiel und Schluss einerseits und der „Ohrwurm-Melodie“ andererseits, die dafür umso harmonischer und befreiter klingt. Es folgten drei Szenen aus Tschaikowskis Ballett „Schwanensee“ - für viele das schönste Ballett, das man sich vorstellen kann und in dem der Komponist „seine russische Seele offenbart“, so die Moderatorin. Mit viel Dynamik gelang es dem Orchester hier auch, seinen Zuhörern die widersprüchlichen Stimmungen dieser Seele zu vermitteln. Den vollen Körpereinsatz des Dirigenten erforderte das letzte Stück vor der Pause: Die fröhliche, unbekümmerte Schnellpolka „Unter Donner und Blitz“ von Johann Strauß (Sohn) gehört nicht nur zum regelmäßigen Neujahrsprogramm der Berliner Philharmoniker, sondern mit bis zu 160 Schlägen auch zum Schnellsten, was ein Blasorchester spielen kann. Die Rascheider ließen auch hier keinen Wunsch offen und ernteten lang anhaltenden Applaus.

Nach der Pause gab es sichtbare Veränderungen: Thomas Biwer hatte die Tuba gegen einen E-Bass und Gastmusiker Matthias Webel den Fagott gegen eine E-Gitarre getauscht. Ein weiterer Musiker stand am Keyboard, auf dem er und das Orchester - ohne Dirigent - mit „1980-F“, der Titelmelodie aus „Na Sowas!“, das Publikum auf den zweiten Teil einstimmten. Und hier heizte der MV Rascheid dem Saal jetzt richtig ein - erstaunlich, wie rasch und nahtlos sich ein Blasorchester in eine Rockband verwandelte. Mit einem Portrait der Gitarren-Legende Carlos Santana, bei dem Webel seiner Virtuosität freien Lauf lassen konnte, ging es los. Dem folgten die größten Hits von „The Police“ wie „Roxanne“, „Message in a bottle“ und „Every breath you take“. Ein Stück „mit Gänsehautfaktor“ war die Interpretation des Welthits „The Sound of Silence“ in der Version von Disturbed - mit viel Harmonie, Spannung und der Steigerung zu einem bombastischen Fortissimo. Bei den besten Hits der Rock-Geschichte dürfen Deep Purple nicht fehlen. „Burn“ und „Highway Star“ brachte das Orchester ebenso fetzig rüber wie „Smoke on the Water“ mit dem wohl bekanntesten Gitarren-Riff der Rockmusik, ehe es im letzten Stück des Programms der „wahrscheinlich größte Rockband aller Zeiten“, so Moderatorin Eva Metzger, die Ehre erwies: „Queen“. Mit der Interpretation von Hits wie „A kind of magic“, „Radio“ und natürlich „We are the Champions“ erreichte das Publikum den Höhepunkt seiner Begeisterung. Langer Applaus, Standing Ovations und laute Zugabe-Rufe füllten den Saal. Bleibt noch zu erwähnen, dass zahlreiche Musikerinnen und Musiker mit fehlerfreien Solo-Passagen zu glänzen wussten. Erst nach der dritten Zugabe - zuerst „Highway to hell“, danach die böhmische Polka „Wir Musikanten“ und zuletzt der Steigermarsch (mit Gesangseinlage) - durfte das Orchester seinen wohlverdienten „Feierabend“ genießen. (WIL-)