Insbesondere für den Winter wurden sogenannte "Thermoboxen" gebaut - die von den Vierbeinern gerne angenommen wurden.
Eine nächtliche Fangaktion
Der Verein stellte sich schon bei der ein und anderen Gelegenheit in der Öffentlichkeit vor
Noch jung aber bereits mit beeindruckender Tatkraft unterwegs: Der im August 2025 gegründete Katzenschutzverein „Schattenpfoten VG Hermeskeil" setzt sich mit großem Engagement für Streunerkatzen in der Region ein. Im Gespräch mit Vorstandsmitglied Lisa Kuhn wird deutlich, wie vielfältig, aber auch herausfordernd die Arbeit im Tierschutz ist.
Ein Schwerpunkt der Vereinsarbeit liegt auf der Kastration freilebender Katzen. 24 Kastrationen habe man seit der Vereinsgründung vor 7 Monaten nun schon durchgeführt. „Wir führen aktuell vor allem Einzelfangaktionen durch", erklärt Kuhn. Besonders im Ortsteil Pölert bestehe weiterhin Handlungsbedarf – etwa fünf Tiere seien dort noch nicht kastriert. Auch in Rascheid und Züsch gebe es vereinzelte Fälle.
Deutlich größer fällt hingegen ein geplantes Projekt in Beuren aus: Rund 20 Katzen sollen dort kastriert werden. Die Kosten belaufen sich auf etwa 5000 Euro – eine Summe, die für den jungen Verein eine große Herausforderung darstellt. „Wir haben bereits einen Spendenaufruf gestartet, aber das Ganze muss gut geplant werden", so Kuhn. Eine Rückmeldung seitens der Gemeinde stehe bislang noch aus.
Die Kastrationen sollen im Juni über mehrere Tage hinweg in der Tierarztpraxis Stoyanov durchgeführt werden. Die Zusammenarbeit funktioniere dabei sehr gut, berichtet Kuhn.
Pflegestellen dringend gesucht
Parallel entwickelt sich ein weiterer wichtiger Baustein der Vereinsarbeit positiv: das Netzwerk an Pflegestellen. „Gerade für die Aktion in Beuren werden kurzfristig Plätze gebraucht, um Tiere für ein paar Tage unterzubringen", erklärt Kuhn. Neben Unterstützern in der Region konnten auch Pflegestellen im Saarland – etwa in Mettlach und Kastel – gewonnen werden.
Wachsende Unterstützung aus der Bevölkerung
Auch die Öffentlichkeitsarbeit trägt Früchte. Über soziale Medien wie Facebook und Instagram schildert der Verein regelmäßig Einzelschicksale. „Da tut sich viel, und wir freuen uns sehr, dass sich immer wieder Menschen melden und helfen wollen", sagt Kuhn. Die Spendenbereitschaft wachse kontinuierlich.
Besonders wichtig sind sogenannte Kastrationspatenschaften, die mit 100 Euro pro Tier einen konkreten Beitrag leisten. Darüber hinaus erhält der Verein auch Sachspenden – von Gitterboxen über Handtücher bis hin zu Materialien für den Bau von Thermoboxen. Sogar eine Jugendgruppe habe Interesse bekundet, solche Boxen mitzubauen.
Austausch und Weiterbildung im Verein
Neben praktischer Hilfe setzt der Verein auch auf Weiterbildung und Vernetzung. So fand kürzlich eine „Fallenschulung" mit einer erfahrenen Tierschützerin statt, bei der verschiedene Fangmethoden und notwendiges Equipment vorgestellt wurden. Auch ein Vereinstreffen diente dem Austausch unter den Mitgliedern – inklusive Einblicken in den Umgang mit Chip-Lesegeräten.
Die Schattenseiten der Tierschutzarbeit
Doch die Arbeit hat auch ihre Schattenseiten. „Es gibt immer noch viel zu viele unkastrierte Freigänger", betont Kuhn. Zudem würden Katzen nicht selten ausgesetzt, wenn sie krank werden und höhere Tierarztkosten verursachen. Umso wichtiger sei die Einführung und konsequente Umsetzung einer Katzenschutzverordnung.
Helfen kann jeder
Trotz aller Herausforderungen bleibt die Motivation groß. „Wir möchten nachhaltigen Katzenschutz in unserer Region etablieren – Schritt für Schritt, Pfote für Pfote", so Kuhn.
Wer den Verein unterstützen möchte, kann dies auf vielfältige Weise tun: als Fördermitglied, aktiv im Einsatz, durch Geld- oder Sachspenden (etwa auch über die Amazon-Wunschliste). Denn eines ist klar: Ohne ehrenamtliches Engagement und die Hilfe aus der Bevölkerung wäre diese wichtige Arbeit nicht möglich. (LeWe)