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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 15/2026
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Bekommt die Verbandsgemeinde Hermeskeil nun endlich ihren Kunstrasenplatz?

So ähnlich könnte man sich die Realisierung der Großsportanlage hinter der IGS in Hermeskeil vorstellen.

 

Interkommunales Großprojekt an der IGS Hermeskeil nimmt Form an 

Seit Jahren ist er ein Wunsch vieler Sportler, Vereine und Kommunalpolitiker: ein Kunstrasenplatz in der Verbandsgemeinde Hermeskeil. Nun scheint Bewegung in die Sache zu kommen. Ein interkommunales Gemeinschaftsprojekt an der Integrierten Gesamtschule (IGS) in Hermeskeil könnte den lang ersehnten Platz endlich Wirklichkeit werden lassen.

In der letzten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der Verbandsgemeinde stellte Bauamtsleiterin Stefanie Schömer die aktuellen Planungen für eine moderne Freisportanlage vor. Demnach könnte auf einem gemeinsam mit dem Landkreis Trier-Saarburg herausgesuchten Gelände eine umfangreiche Anlage entstehen: Kernstück ist ein Kunstrasenfeld, umgeben von einer Laufbahn. Hinzu kommen innenliegende Kleinsportfelder, eine Pump-Track-Anlage, Sanitär- und Umkleidegebäude sowie Kleinsport- und Kleinspielgeräte.

Aufgaben klar verteilt

Die drei Partner haben ihre Rollen klar definiert. Der Stadtrat wird voraussichtlich noch im Mai den notwendigen Bebauungsplan aufstellen und Grundstücksangelegenheiten klären. Der Landkreis Trier-Saarburg konzentriert sich auf den Bau des Kunstrasenfeldes und der Kampfsportlaufbahn. Er stellt auch den Förderantrag für die Sportstättenförderung.

Die Verbandsgemeinde Hermeskeil wiederum übernimmt die Schaffung und Finanzierung der öffentlich zugänglichen Bewegungsplätze – darunter Kleinsportanlagen, Outdoor-Fitnessgeräte, die Sanitäranlagen und die Pump-Track-Anlage. Das Volumen der Beteiligung der VG beträgt rund 1,5 Millionen Euro. Finanziert werden soll dies über Mittel des Regionalen Zukunftsprogramms (RZN), sodass keine Eigenmittel der Verbandsgemeinde erforderlich sind. 

Jahrzehntelanges Defizit

Hintergrund des Engagements ist ein strukturelles Problem: Die Verbandsgemeinde Hermeskeil ist die einzige im Landkreis Trier-Saarburg, die noch über keinen ganzjährig bespielbaren Kunstrasenplatz verfügt. Aktuell gibt es sechs Rasen- und zwei Tennenplätze – diese sind bei Frost oder starkem Regen oft unbespielbar. Versuche, einen Kunstrasenplatz zu realisieren, scheiterten in der Vergangenheit vielfach, zuletzt auch die vor Jahren angedachte Umwandlung des Tennenplatzes am Labachweg wegen Lärmschutzauflagen.

„Die Verbandsgemeinde Hermeskeil verfügt derzeit über keine adäquate Großsportanlage", betonte man im Ausschuss. Das Projekt sei eine „einmalige Gelegenheit", dieses Defizit zu beheben.

Herausforderungen bei Kosten und Nutzung

Allerdings sind noch nicht alle Fragen geklärt. Ursprünglich war man von Kosten in Höhe von rund 850.000 Euro ausgegangen. Die erweiterte Planung mit Kampfbahn Typ C, Flutlicht und Umkleiden wird nun grob auf etwa 3,4 Millionen Euro zuzüglich Nebenkosten geschätzt. Die genaue Kostenverteilung zwischen den Partnern steht noch aus.

Auch die Unterhaltungskosten – etwa für Strom der Flutlichtanlage und Reparaturen – müssen vertraglich geregelt werden. Die Trägerschaft für die Pflege der Anlage soll gemeinschaftlich organisiert werden, eine prozentuale Aufteilung ist noch in der Abstimmung.

Bei der Nutzungsorganisation setzt man auf bewährte Strukturen: Die örtlichen Vereine stimmen ihre Trainingspläne untereinander ab und übermitteln sie an die Verwaltung, die bereits über ein Sachgebiet für die Belegung von Sportanlagen verfügt. Für die Sportstättenförderung ist eine Nutzungsdauer von mindestens 1.800 Stunden pro Jahr nachzuweisen – dies sei bereits in die Planungen eingeflossen.

„Letztmalige Chance"

Bereits vor zwei Jahren wurde beim Landkreis angeregt, die Realisierung eines größeren Kunstrasenplatzes an der IGS zu prüfen. Ein Ingenieurbüro kam zu dem Ergebnis, dass dies grundsätzlich möglich sei. Die Schule selbst begrüßt die Entwicklung, da so der schulische Bedarf umfassend abgedeckt werden könne.

Seitens VG ist man sich sicher: „Die besondere Bedeutung des Sports, gerade auch des Vereinssports für Kinder und Jugendliche, kann in zwei Worten beschrieben werden: Zusammenhalt, Teamwork." Die Anlage sei ein wichtiger Anker für sozial schwache Menschen und Menschen mit Migrationshintergrund und stärke die Lebensqualität in der gesamten Verbandsgemeinde.

Derzeit befinden sich die Planungen in den Leistungsphasen 0 bis 1. Auf Basis einer Machbarkeitsstudie und Erfahrungswerten lägen jedoch bereits verlässliche Zahlen vor, so Schömer. Nun soll zunächst ein Grundsatzbeschluss gefasst werden, der die Basis für die weitere Detailplanung bildet.

Für viele Sportbegeisterte in Hermeskeil und Umgebung ist die Hoffnung nun groß, dass nach jahrzehntelangen Diskussionen endlich Bewegung in die Sache kommt – im wahrsten Sinne des Wortes. (LeWe)