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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 16/2020
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Bewertung der Arbeitsmarktzahlen für März aufgeschoben

Anträge auf Kurzarbeitergeld rasant angestiegen

Derzeit erlebt Deutschland eine Entwicklung, die in dieser Form einmalig und herausfordernd ist. Die Corona-Krise hat unser Leben und unseren Alltag drastisch verändert. Wie sie sich auf den Arbeitsmarkt auswirkt, kann jedoch frühestens ab April dokumentiert werden. Eines wird aber jetzt schon deutlich, der enorme Abstieg der Anträge auf Gewährung von Kurzarbeitergeld.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können die Folgen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt in der Region Trier noch nicht bilanziert werden. Denn der Stichtag, an dem die Daten, für den Berichtsmonat März erhoben wurden, war der 12.3.2020, vier Tage, bevor die Maßnahmen der Politik zur Hemmung der Virus-Ausbreitung alle wirtschaftlichen Aktivitäten stark eingeschränkt haben.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die einsetzende Frühjahrsbelebung die Zahl der Arbeitslosen in der Region auf 10.391 sinken lassen. Das waren zwar 485 Betroffene mehr als im März 2019, aber 325 weniger als im Vormonat. Der Bestand an gemeldeten Arbeits-Stellen hatte sich gegenüber dem Februar um 54 auf 4.710 erhöht, lag aber um 179 niedriger als im Vorjahresmonat.

Es ist allerdings nicht davon auszugehen, dass sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit im April fortsetzt. Angesichts der in weiten Teilen ruhenden Wirtschaft werden Neu- und Wiedereinstellungen wohl vorerst ausbleiben. Stattdessen versuchen Unternehmen zumindest ihre Beschäftigten im Unternehmen zu halten, mit Kurzarbeit, die genau dafür da ist, Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Es sei gut, dass so viele Unternehmen jetzt davon Gebrauch machten, so die Agentur für Arbeit.

Geschäftsstellenbezirk Hermeskeil

Im März waren unverändert 184 Personen arbeitslos. Das waren 2 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im März 1,3%; sie war damit genau so hoch wie im Vorjahresmonat. Dabei meldeten sich 34 Personen neu oder erneut arbeitslos, 19 weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig beendeten 37 Personen ihre Arbeitslosigkeit, 11 weniger als vor einem Jahr. Seit Beginn des Jahres gab es 138 Arbeitslosmeldungen, das ist ein Minus von 2 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum; dem stehen 130 Abmeldungen von Arbeitslosen gegenüber (–15).

Kurzarbeit

Angesichts des weitreichenden wirtschaftlichen Stillstandes in der Corona-Krise versuchen Unternehmen, ihre Beschäftigten zu halten. Bei den örtlichen Arbeitsagenturen geht daher eine nie gekannte Flut von Anzeigen auf Kurzarbeit ein. Wie viele Menschen betroffen sind, lässt sich noch nicht abschätzen. Kaum fünf Anzeigen auf Kurzarbeit gingen im Monatsdurchschnitt 2019 bei der Agentur für Arbeit Trier ein. Bis Ende vorletzter Woche waren es rund 3.000, bundesweit sogar 76.700, Tendenz stark steigend.

Diese sich dynamisch entwickelnden Ziffern bilden jedoch keine stabile Datenbasis, um die Zahl der Menschen abzuschätzen, die in Folge der Corona-Krise in Kurzarbeit gehen müssen. Das liegt am Ablauf des Prozesses: Wenn Betriebe Kurzarbeit planen, müssen sie das bei der Agentur für Arbeit zunächst anzeigen. Ohne diesen Schritt ist später keine Zahlung möglich. Momentan nutzen Arbeitgeber alle Kanäle, um Kurzarbeit anzuzeigen. Deshalb können Doppelungen vorkommen. Wird tatsächlich kurzgearbeitet, kann der Betrieb binnen drei Monaten die erforderliche Abrechnungsliste einreichen. Erst danach lässt sich verbindlich sagen, wie viele Personen in welchen Branchen kurzgearbeitet haben und wie groß der Arbeitsausfall war.

Für die Agentur für Arbeit Trier ist die Flut der Anzeigen eine große Herausforderung. Mit Hochdruck wird an der Entgegennahme und Bewilligung gearbeitet. Von den am vorletzten Wochenende vorliegenden rund 3.000 Anzeigen sind bereits ein Drittel positiv beschieden. Um die Zahl der Bewilligungen zu erhöhen, wurde die Zahl der Mitarbeitenden in den verantwortlichen Teams vervierfacht. Trotzdem werden die Arbeitgeber um Verständnis gebeten, dass es zu Wartezeiten kommen kann.

Die Agentur leistet enorme Anstrengungen, um in der aktuellen Ausnahmesituation dem Auftrag der Daseinsfürsorge für Arbeitnehmer und Arbeitgeber in besonderer Weise gerecht zu werden: Allein in den Service-Hotlines werden sechsmal mehr Mitarbeitende eingesetzt, so dass der Telefonie allenfalls technische Grenzen gesetzt sind.

Ebenfalls in kürzester Zeit sind die Online-Angebote der Agentur für Arbeit umgestellt und erweitert worden. Anträge, Erklär-Videos, Fragen und Antworten zu allen Themen finden sich auf neuen Sonderseiten und www.arbeitsagentur.de. (PaGe)