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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 16/2020
3 - Aus den Hochwaldgemeinden
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Radweg in Hermeskeil wieder komplett befahrbar

Archäologische Sondierungsgrabungen finden derzeit auf der Flur zwischen Autobahn und ehemaliger B 52 bei Reinsfeld statt, wo ein neues Gewerbegebiet entstehen soll.

Neues Ungemach droht aber bei Reinsfeld

Beim Bau des Einkaufszentrums am Dörrenbach war der Ruwer-Hochwald-Radweg in diesem Bereich ziemlich stark in Mitleidenschaft gezogen worden. An einer Stelle war sogar ein Teil des Wegs mitsamt Unterbau abgestürzt. Länger als ein Jahr mussten RadfahrerInnen warten, bis der Streckenabschnitt repariert war und sie ihre Tour wieder unmittelbar am Hermeskeiler Bahnhof starten konnten, ohne sich durch den Kreisel und den Berufs-, Einkaufs- und Lieferverkehr quälen zu müssen.

Am Karfreitag war es so weit und am größtenteils sonnigen Osterwochenende nutzten viele Menschen die Gelegenheit, sich in der freien Natur zu bewegen. Positiv dabei: Sie hielten sich so gut wie alle an die Kontaktbeschränkungen, die uns wegen der Corona-Pandemie auferlegt worden sind. Außer wenn es sich erkennbar um Familien handelte, waren stets nur Einzelpersonen oder Zweiergruppen unterwegs.

Doch kaum können sie sich über diese gute Nachricht freuen, droht den Radfahrbegeisterten in Kürze neues Ungemach. Denn im Winkel zwischen der Bundesstraße 407 (Hunsrückhöhenstraße) und der Landesstraße 151 (ehemals B 52) will die Gemeinde Reinsfeld ein Gewerbegebiet errichten. Die Planung ist weitgehend abgeschlossen und wenn dort nicht 15 Stellen identifiziert worden wären, an denen archäologisch wertvolle Funde vermutet werden, wäre mit der Erschließung vielleicht schon begonnen worden.

Unerfreulich für Benutzer des Radwegs: Obwohl eine Anbindung des Gewerbegebiets auch durchaus an die ehemalige B 52 technisch möglich wäre, steht nach der Planung fest, dass sie unmittelbar an die B 407 erfolgen wird. Das führt an der betreffenden Stelle nicht nur zu einer vollständigen Zerstörung der homogenen Radweg-Infrastruktur, sondern wird für Radtouristen auf dem Ruwer-Hochwald-Radweg langfristige Störungen und Einschränkungen wie Umleitungen und Baustellenverkehr verursachen. Und eine durchgehend gefahrlose Benutzung des Radwegs wird nach Fertigstellung des Gewerbegebiets - vor allem für Familien mit Kindern, die man auf der Strecke häufig findet - hier wegen des zu erwartenden LKW-Verkehrs nicht mehr möglich sein.

Zunächst muss die Gemeinde allerdings die archäologischen Untersuchungen, die vor kurzem begonnen haben, abwarten. Zurzeit wird dort auf größeren Flächen gegraben, um zu überprüfen, was konkret unter der Erde liegt. Wenn die Archäologen fündig werden, d.h. wenn sie etwas ans Tageslicht fördern, das von einiger kulturhistorischer Bedeutung sein könnte, kann es zu umfangreicheren Grabungen kommen, die die Realisierung des Gewerbegebiets bis zu einem Jahr hinauszögern können. Regelmäßige Benutzer des Radwegs wären darüber bestimmt nicht böse... (WIL-)