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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 16/2026
2 - Hermeskeiler Stadtnotizen
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Nach 52 Jahren: Der „Marktgrill“ schließt

Zum 30.4. ist Schluss mit dem Marktgrill - Frank Hessek und sein Team bedanken sich für die jahrelange Treue

 

Nachfolge bereits gesichert

Es ist das Ende einer Ära. Was 1974  während der Stadtwoche begann, wurde über ein halbes Jahrhundert zur festen Institution in unserer Stadt: der „Marktgrill". Zum 30. April 2026 schließen sich nun endgültig die Tore – für den aktuellen Betreiber Frank Hessek eine schmerzhafte, aber gesundheitsbedingt notwendige Entscheidung.

52 Jahre „Marktgrill" – allein 17 davon als „Marktgrill 2.0" unter der Regie von Frank Hessek. Der 57-Jährige muss den beliebten Imbiss aus gesundheitlichen Gründen abgeben. „Nach vielen wunderbaren Jahren fällt mir dieser Schritt wirklich nicht leicht", sagt Hessek im Gespräch mit unserer Zeitung. Seit 2009 waren er und seine Mitarbeiterinnen ein fester Bestandteil des Alltags vieler Stammkunden.

Dabei reichen die Wurzeln des Marktgrills noch viel weiter zurück. Gegründet wurde das Geschäft einst von Heinz Ostermann und seiner Frau. 1974 verkauften sie erstmals Essen während der Stadtwoche. Frank Hessek selbst ist kein Unbekannter in der Branche: Bereits im Dezember 1986 begann er an der „Flash"-Theke zu bedienen, bevor es übernahm. Von November 1997 bis 2012 betrieb er dann die „Jagdstube", parallel dazu startete er 2009 dann mit dem Marktgrill 2.0.

Von gefüllten Klößen bis zur Linsensuppe

Was den Marktgrill so besonders machte? Neben der Qualität war es vor allem die Vielfalt nach Herzensart. Frank Hessek kochte noch so, wie es ihm seine Großmutter gezeigt hat. Auf dem Speiseplan standen Klassiker wie gefüllte Klöße, Mehlklöße und Bratkartoffeln. Besonders beliebt waren die Eintöpfe: „Erbsen- und Linsensuppe liefen immer sehr gut", erinnert sich Hessek. Dass junge Leute sich heute anders ernähren, weiß er – doch die treue Stammkundschaft kam genau für diese Hausmannskost.

Der Marktgrill als sozialer Treffpunkt

Der Marktgrill war nie nur ein reiner Imbiss. Er war Wohnzimmer, Anlaufstelle und manchmal sogar eine Art „Gruppentherapie". „Viele kommen wegen des Gesprächs", sagt Hessek. Besonders der Mittwoch war ein fester Termin für die „Therapierunde" – so tauften die Gäste den regelmäßigen Austausch. „Wir haben eine schöne Zeit gehabt", fasst es der Wirt zusammen.

Umso trauriger sind die letzten Tage. Die Gäste haben sich zum Abschluss so manches Lieblingsgericht gewünscht: Am Mittwoch gibt es die berühmten Wasserspatzen, am Donnerstag das Paprikaschnitzel, und für den nächsten Dienstag ist noch einmal die legendäre Linsensuppe angesetzt. Hessek bedankt sich bei seinen Kunden: „Danke für eure Treue, die netten Gespräche, euer Lachen und all die schönen Momente." Ein besonderer Dank geht an seine Mitarbeiterinnen: „Ihr habt mit Herz, Einsatz und Teamgeist jeden Tag gerockt – DANKE dafür!"

„Da Massimo" übernimmt

Doch so ganz ohne Imbiss müssen die Marktgrill-Fans nicht bleiben. Es gibt bereits eine Nachfolge. Oxana Rejngard übernimmt das Lokal – und sie holt einen alten Bekannten aus der Hermeskeiler Gastro-Landschaft zurück: „Unseren" Massimo. Eigentlich wollte das Hermeskeiler Urgestein gar nicht mehr in die Hermeskeiler Gastronomie zurück, aber die Freude auf die Menschen und die Gespräche habe ihn umgestimmt. „Imbiss ist auch etwas weniger Stress als ein Restaurant", sagt er.

Unter dem Namen „Da Massimo Imbiss Pizzeria und mehr" soll es weitergehen. Die Betreiber planen noch ein paar wenige Umbaumaßnahmen, bevor es Mitte bis Ende Mai wieder losgeht. Geboten werden soll dann das klassische Imbiss-Angebot, aber auch ein paar von Massimos bekannten Spezialitäten wie Pizza und Pasta. Weitere Infos folgen in Kürze. (LeWe)