Titel Logo
Rund um Hermeskeil
Ausgabe 16/2026
Titelseite
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe
-

„Ein Traumjob mit kurzen Wegen“

Die Polzeiinspektion in Hermeskeil ist personell gut aufgestellt. Eva Endres als Bezirksbeamtin, Benedikt Kirsch als stellvertretender Dienststellenleiter und PI-Chef Michael Wahlen.

Von der Kriminalpolizei in die Schutzpolizei

Bei der Polizeiinspektion Hermeskeil hat es zuletzt mehrere personelle Veränderungen gegeben. Benedikt Kirsch (57) ist seit dem 1. Dezember stellvertretender Dienststellenleiter und folgt dem im August des Vorjahres in den Ruhestand getretenen Burkhard Blug. Eva Endres ist seit einem Jahr als Bezirksbeamtin tätig.

Benedikt Kirsch ist seit 40 Jahren im Polizeidienst. Vor seiner aktuellen Position war er unter anderem bei der Kriminalpolizei tätig. Auch auf der PI Hermeskeil selbst war er bereits im Kriminaldienst eingesetzt. Später wechselte er zur Polizei-Direktion nach Trier, wo er in der Stabsarbeit mit dem Schwerpunkt Kriminalitätsbekämpfung tätig war. Auf die Stelle des stellvertretenden Dienststellenleiters in Hermeskeil bewarb er sich anschließend aktiv – verbunden mit einem Wechsel von der Kriminal- in die Schutzpolizei.

Aufgabenspektrum und Zuständigkeiten

Kirsch beschreibt das Aufgabenspektrum der Inspektion als sehr breit. Dazu gehören Gefahrenabwehr, Strafverfolgung und Prävention ebenso wie die Zusammenarbeit mit anderen Behörden, der Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk (THW). „Es wird nie langweilig hier“, so Kirsch. „Es gibt immer neue Themen.“ Im Rahmen seiner neuen Funktion ist Kirsch unter anderem für den Bezirksdienst zuständig und übt die Dienst- und Fachaufsicht aus. Besonders hebt er die Zusammenarbeit mit der organisatorisch an die PI Hermeskeil angegliederten Einsatzgruppe Migration hervor. „Das Thema hat nicht jede Dienststelle“, sagt Kirsch. Kirsch bezeichnet seine neue Tätigkeit als „Traumjob“, weil sie für ihn die Vielfältigkeit der Polizeiarbeit vereine – an der Basis und unmittelbar am Bürger, von der Gefahrenabwehr in dringenden Fällen, über die Verfolgung von Straftaten und der Sachbearbeitung bis hin zur Jugendverkehrsschule. „Nicht immer die dicken Fälle, sondern eher das Alltägliche“, so seine Beschreibung.

Ein Jahr als Bezirksbeamtin

Eva Endres ist seit einem Jahr als Bezirksbeamtin tätig. Ihr Zuständigkeitsgebiet umfasst die Stadt Hermeskeil sowie ein Dutzend weiterer Orte im Hochwald, praktisch alle Gebiete rechts der L151. Nach neun Jahren Schichtdienst auf der PI ist sie jetzt die erste Ansprechpartnerin für Anliegern der Bürger. Ihr Vorgänger war Dietmar Weidinger. 

Zusatzaufgabe Häusliche Gewalt

Neben ihrer Tätigkeit als Bezirksbeamtin ist Endres für das Thema häusliche Gewalt zuständig. Rheinland-Pfalz zählt in diesem Bereich zu den Vorreiter, da ein solches System nicht in jedem Bundesland existiere. Konkret arbeitet Endres im sogenannten Hochrisikomanagement. Dabei wird anhand eines Punktesystems bewertet, wie ein Fall einzuordnen ist.

In regelmäßigen Abständen finden Konferenzen statt, an denen u.a. die Interventionsstelle, das Jugendamt, Frauenhäuser und weitere beteiligt sind. Ziel ist der direkte Austausch über Schutzmöglichkeiten. Endres beschreibt dies als integrativen Ansatz: Es gehe darum, das Beste herauszuholen, um maximalen Schutz zu gewährleisten. Eine reine Strafanzeige reiche nicht aus, da Geschädigte neben dem Strafverfahren weitere Bedürfnisse hätten – etwa finanzielle Fragen, Wohnungsnot oder die Betreuung von Kindern. Diese Themen würden in den Konferenzen besprochen.

Ziel sei es, Betroffenen zu zeigen, dass sie nicht allein stünden. Die Polizei könne auf ein breites Netzwerk zurückgreifen. Viele Frauen seien sich dieser Möglichkeiten nicht bewusst und gefangen in ihrer eigenen Perspektive. Fälle könnten unabhängig von einem Strafverfahren bei der Interventionsstelle oder der Polizei gemeldet werden. Die Hilfe erstrecke sich auch auf den weiteren Verlauf.

Gut aufgestellt

Dienststellenleiter Michael Wahlen zeigt sich mit der personellen Aufstellung sehr zufrieden: „Mit Benedikt Kirsch und mit Eva Endres sind wir in der Inspektionsleitung und im Bezirksdienst wieder komplett. Für unsere Dienststelle und die Bürgerinnen und Bürger des Hochwaldes insbesondere ein weiterer qualitativer Gewinn, denn unsere gemeinsame Arbeit für die Sicherheit der hier lebenden Menschen steht für uns alle an erster Stelle.“ Und verweist in diesem Zusammenhang auf die kürzlich veröffentlichte Kriminalstatistik: „Unsere Region ist eine der sichersten im Land. Dies insbesondere auch deswegen, weil Polizei und die Menschen hier vor Ort -Hand in Hand- zusammenarbeiten, um sich gemeinsam den Problemen zu stellen.“ (LeWe)